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Auschwitz-Prozess : Verteidigung von Gröning legt Revision ein

  • Aktualisiert am

Oskar Gröning am Tag der Urteilsverkündung im Landgericht Lüneburg Bild: AP

Die Verteidigung des früheren SS-Manns Oskar Gröning hat Revision gegen das Urteil des Landgerichts Lüneburg eingelegt. Gröning war wegen Beihilfe zum Mord im Konzentrationslager Auschwitz zu vier Jahren Haft verurteilt worden.

          Nach zwei Anwälten von Nebenklägern haben am Montag auch die Verteidiger des früheren SS-Manns Oskar Gröning Revision gegen das Urteil im Lüneburger Auschwitz-Prozess eingelegt. Nach ihrer Auffassung könnte ihr 94 Jahre alter Mandant doch noch davon profitieren, dass er in früheren Verfahren gegen andere SS-Leute als Zeuge ausgesagt hat, sagte Rechtsanwalt Hans Holtermann am Montag. Zudem wollen die Verteidiger eine Verfahrensverzögerung geltend machen, weil Gröning schon viel früher hätte angeklagt werden können.

          „Das ist das, was wir nach derzeitigem Stand genau prüfen werden“, sagte Holtermann. Das Lüneburger Landgericht hatte den früheren SS-Mann Gröning am vergangenen Mittwoch wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 300.000 Fällen zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Es befand ihn für schuldig, durch seine Tätigkeit in Auschwitz den fabrikmäßig organisierten Massenmord an ungarischen Juden unterstützt zu haben. Die Verteidiger hatten seinen Freispruch gefordert.

          Im Falle eines Schuldspruches hatten die Verteidiger auf die gesetzliche Mindeststrafe von drei Jahren plädiert. Diese sollte jedoch wegen Verfahrensverzögerung als verbüßt angerechnet werden, weil Gröning bereits 1978 als Beschuldigter vernommen wurde. Zudem forderten sie eine Kronzeugenregelung zugunsten ihres Mandanten.

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