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Greta Thunberg triftt Merkel : Armutszeugnis für die Klimakanzlerin

Greta Thunberg vor dem Bundeskanzleramt in Berlin Bild: AFP

Die Erhebung Greta Thunbergs zur Jeanne d’Arc des Klimaschutzes verhöhnt die Demokratie – passt aber in eine Zeit des eher schlichten Populismus der Straße.

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          Die Welt kann aufatmen. Die Bundesregierung hat mitgeteilt: „Beide Seiten waren sich einig, dass die Erderwärmung eine globale Herausforderung ist, bei deren Bewältigung den Industriestaaten eine besondere Verantwortung zukommt.“ Hat Deutschland mit den Vereinigten Staaten eine Vereinbarung getroffen? Hat Berlin China mit ins Boot geholt? Nein, noch besser: Greta war bei Angela (Merkel). Nicht am Freitag, am Donnerstag schon hat sich die Kanzlerin zur besten Schulzeit mit vier jungen Damen von „Fridays for Future“ getroffen.

          Nun ist nicht Sachkunde, sondern Bekanntheit ein wichtiger Faktor, nicht nur auf dem Boulevard. Die Menschen „mitnehmen“ kann eben nur, wer sich mit denen ablichten lässt, den die Menschen kennen. Und es ist nicht unwahrscheinlich, dass das die eigenen Sympathiewerte erhöht: Wir nehmen die Sorgen der Jugend ernst.

          Doch ganz abgesehen davon, dass Greta und Co. nicht für die Jugend sprechen, ja sie sprechen nach eigenem Bekunden noch nicht einmal für „Fridays for Future“ selbst: Was für ein Armutszeugnis demokratisch gewählter Regierungen, insbesondere für eine „Klimakanzlerin“, so zu tun, als gehe ihnen erst durch Greta ein Licht auf.

          Die Erhebung der zweifellos beeindruckenden jungen Frau in den Rang einer Jeanne d’Arc des Klimaschutzes brüskiert zahllose Fachleute sowie das demokratische Prinzip – passt aber in eine Zeit des eher schlichten Populismus der Straße.

          Reinhard Müller
          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“ und F.A.Z. Einspruch, zuständig für „Staat und Recht“.

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