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Grenzwerte : Die Luft ist rein

Ein Schild an einer Stuttgarter Straße weist auf Fahrverbote für ältere Dieselfahrzeuge hin. Bild: dpa

Die EU-Kommission soll noch mal über die Grenzwerte für Diesel-Fahrverbote nachdenken. Einen viel verlockenderen Weg, Fahrverbote zu vermeiden, hat jetzt die Stadt München eingeschlagen.

          Es mag mittlerweile fast schon wissenschaftlich bewiesen sein, dass die Entstehung der Grenzwerte, die für Diesel-Fahrverbote herangezogen werden, nichts mit Wissenschaft zu tun hatte. Dennoch: Sie müssen eingehalten werden, so zweifelhaft die Umstände auch sein mögen.

          Um doch noch um Fahrverbote herumzukommen, hat Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer die EU-Kommission gebeten, über die Grenzwerte noch einmal nachzudenken. Dazu hatte der Deutsche Städtetag schon vor Jahren aufgerufen – vergeblich. Wer sagt aber, dass im Zuge dieser und der Prüfung, die der Bund bei der Leopoldina bestellt hat, nicht ein noch schärferer Grenzwert herauskommt (und nicht „nur“ der geltende)?

          Denn kein Politiker oder Wissenschaftler, der für die Gesundheit von Asthmatikern und Kindern kämpft, wird die Willkürentscheidung der neunziger Jahre nach oben korrigieren wollen. Einen viel verlockenderen Weg, Fahrverbote zu vermeiden, hat jetzt die Stadt München vorgemacht. Die Stadt hat eigene, neue Messstationen befragt. Und siehe da: Die Luft ist rein.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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