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Gorleben : Akten belegen politisch beeinflusste Standortwahl

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Nach Recherchen von Greenpeace als Atomlager ungeeignet: Der Salzstock Gorleben Bild: dpa

Die Umweltorganisation Greenpeace hat Umweltminister Röttgen (CDU) aufgefordert, den Salzstock Gorleben als Endlagerstandort endgültig aufzugeben. Jahrzehnte alte Akten lassen nach Ansicht der Organisation den Schluss zu, dass das Auswahlverfahren für Gorleben politisch beeinflusst worden sein soll.

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          Die Umweltorganisation Greenpeace hat Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) aufgefordert, den Salzstock Gorleben als Endlagerstandort endgültig aufzugeben. Behördenakten aus den siebziger und achtziger Jahren lassen nach Ansicht der Organisation den Schluss zu, dass das Auswahlverfahren für Gorleben politisch beeinflusst worden sei.

          Aus geologischer Sicht sei der Ort nie als am besten geeignet bewertet worden, sagte der Greenpeace-Sprecher Mathias Edler am Dienstag bei der Vorstellung der ausgewerteten Dokumente in Berlin. Darin zeige sich, dass dortige Wassereinlagerungen „verschwiegen wurden, die zum Ausschluss des Standortes hätten führen müssen“. „Gorleben ist das willkürliche Ergebnis eines Streits zwischen Bund und Land“, sagte Edler. Der Kieler Geologe Ulrich Schneider verwies auf die Gefahren umfangreicher Wassereinbrüche.

          Dokumente belegten, dass es im Bereich der Bohrungen ein Laugenreservoir mit einem Volumen von bis zu einer Million Kubikmeter gebe. Damit drohe Gorleben das gleiche Schicksal wie dem Atommüllager Asse II bei Wolfenbüttel, das wegen unkontrollierter Laugenzuflüsse unterzugehen droht. Die Auswahl des Standorts Gorleben ist Gegenstand eines Untersuchungsausschusses im Deutschen Bundestag.

          Aktenordner mit vertraulichen Kabinettsunterlagen
          Aktenordner mit vertraulichen Kabinettsunterlagen : Bild: dpa

          Belegt werde den Unterlagen zufolge auch, dass die Vorauswahl für Gorleben unter dem damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Albrecht (CDU) politisch motiviert und wissenschaftlich nicht abgesichert war.

          110 Aktenordner und über 12.000 Einzelseiten Material

          Greenpeace will die Akten ins Internet stellen. Die Organisation stützt sich auf den Anspruch auf Akteneinsicht bei der Landesregierung auf das Umweltinformationsgesetz. „Bis jetzt seien 110 Aktenbände mit vertraulichen Kabinettsvorlagen, Gesprächsprotokollen, Vermerken und Studien mit mehr als 12.000 Einzelseiten ausgewertet worden. Seit August 2009 hatte Greenpeace bei zwölf bundesdeutschen Behörden und Ministerien Akteneinsicht beantragt. Bislang liegen Unterlagen aus der niedersächsischen Staatskanzlei, dem niedersächsischen Umweltministerium sowie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe vor. Diese Originaldokumente aus den Jahren 1976 und 1977 geben Hinweise darauf, dass die niedersächsische Entscheidung zugunsten von Gorleben innerhalb nur weniger Monate gefällt wurde.

          Der Salzstock bei Gorleben wird als möglicher Standort zur Endlagerung hoch radioaktiven Atommülls gehandelt. Er wurde ab 1979 auf seine Eignung untersucht, diese Erkundung wurde aber im Jahr 2000 unterbrochen. Das Konzept für Gorleben sah ursprünglich vor, ein Endlager für alle Arten radioaktiver Abfälle zu errichten.

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