https://www.faz.net/-gpf-9lcwe

Wegen Affäre um „Gorch Fock“ : Von der Leyen will Marinearsenal in Wilhelmshaven auflösen

  • Aktualisiert am

Die „Gorch Fock“ – 2014 beim Auslaufen aus ihrem Heimathafen in Kiel Bild: dpa

Es war für die Sanierung des Segelschulschiffes der Marine „Gorch Fock“ zuständig, jetzt plant das Verteidigungsministerium es aufzulösen. Rund 300 der 1000 Posten sollen nach Koblenz verlegt werden.

          1 Min.

          Die Affäre um das marode Segelschulschiff der Marine „Gorch Fock“ zieht weitere Kreise. Mitte März hatte das Verteidigungsministerium interne Veränderungen angekündigt, jetzt folgen einem vertraulichen Vermerk zufolge Taten: Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) plant, das für die Sanierung des Schiffes zuständige Marinearsenal in Wilhelmshaven aufzulösen. Das berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Zuvor hat bereits die Wilhelmshavener Zeitung über eine mögliche Zerschlagung des Arsenals berichtet.

          In dem Vermerk heißt es, dass von der Leyen eine neue Vorschrift zur „Instandhaltung von Marineprodukten“ angewiesen habe. Demnach will die Verteidigungsministerin Teile des Managements von Wilhelmshaven nach Koblenz verlegen. Dort sitzt die Abteilung See des Bundesamtes für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung des Bundeswehr.

          In Koblenz soll das Marine-Arsenal der Verantwortung eines Projektordners unterliegen. An den Management-Aufgaben, die umgesiedelt werden, hängen 300 der 1000 Stellen des Arsenals in Wilhelmshaven. Das RND berichtet weiter, dass in Wilhelmshaven künftig nur noch Instandsetzungsarbeiten stattfinden sollen.

          Die Sanierung des Segelschulschiffes bringt von der Leyen in die Bredouille, denn die Kosten der Sanierung der „Gorch Fock“ sind exorbitant in die Höhe geschossen: Ursprünglich waren dafür fast zehn Millionen Euro geplant, dann wurde auf 75 Millionen Euro erhöht. Derzeit wird mit 135 Millionen Euro gerechnet. Im März hatte das Verteidigungsministerium deshalb „Veränderungen in der Zuständigkeitskette vom Marinearsenal bis ins Rüstungsamt in Koblenz“ angekündigt. Seitdem berät eine Arbeitsgruppe die Änderungen. Zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft Osnabrück seit Dezember 2018 gegen einen Bundeswehr-Mitarbeiter des Marinearsenals wegen Korruptionsverdachts.

          Weitere Themen

          Für Sterbehilfe und gegen Cannabis

          Referenden in Neuseeland : Für Sterbehilfe und gegen Cannabis

          Fast zwei Drittel der Neuseeländer befürworten einen selbstbestimmten Tod unter strengen Voraussetzungen. Das Gesetz tritt in einem Jahr in Kraft. Bei der Legalisierung von Marihuana steht Premierministerin Ardern auf der Verliererseite.

          Topmeldungen

          Nur noch mit Maske: Mitarbeiter in der Porsche-Produktion in Stuttgart im Mai 2020

          Corona-Pandemie in Deutschland : Die Wirtschaft in der zweiten Welle

          Nicht nur die Bürger müssen lernen, verantwortungsbewusst mit dem Virus zu leben. Auch die Finanz- und die Geldpolitiker müssen es schaffen, mit dem Virus umzugehen, ohne permanent Krisenpolitik zu betreiben.
          Ein Einzelzimmer in einem Krankenhaus in Stralsund

          F.A.Z. exklusiv : Private Krankenversicherungen werden deutlich teurer

          Um 8,1 Prozent steigen die Beiträge für die private Krankenversicherung im kommenden Jahr an. Das liegt unter anderem an höheren Kosten für Ärzte, Krankenhäuser und Arzneimittel. Der Verband versucht, die Erhöhung zu relativieren.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.