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Götz-Werner von Fromberg im Interview : „Es gibt keine Maschsee-Mafia“

  • Aktualisiert am

Götz-Werner von Fromberg in seinem Büro in Hannover Bild: Bischof, Franz

Der Rechtsanwalt Götz-Werner von Fromberg im F.A.S.-Interview über seine Herrenabende in Hannover, Freunde wie Gerhard Schröder und Frank Hanebuth und über die Affäre Wulff.

          8 Min.

          Herr von Fromberg, Ihre Herrenabende genießen einen gewissen Ruhm.

          Zunächst einmal: Das ist einfach immer nur meine Geburtstagsfeier im Januar. Angefangen hat es mit normalen Partys. Ich habe mit Freunden und befreundeten Ehepaaren gefeiert und getanzt. Von Jahr zu Jahr wurde es voller, und dann habe ich irgendwann die Idee gehabt: Eigentlich könnte ich auch mal einen Männerabend machen. Im Keller habe ich Krökler, das ist der hannoversche Begriff für Tischfußball, Flipper, einen Billardtisch, eine Tischtennisplatte. Das sind alles Wünsche aus meinen Jugendtagen, die ich mir erfüllt habe. Ich habe gedacht, das finden bestimmt alle klasse. Vor 15 Jahren habe ich dann mit den Männergeburtstagsfeiern angefangen - aus denen ist der sogenannte Herrenabend geworden.

          Aber warum keine Frauen?

          Na ja, gegen Mitternacht kommen auch immer unsere Frauen dazu, aber vorher finde ich es schön, mit meinen Freunden zu feiern. Wir sitzen zusammen, trinken zusammen und spielen zusammen. Das ist eine ganz lockere Atmosphäre. Da kann auch mal einer über die Stränge schlagen, ohne dass er schief angeguckt wird.

          Wen laden Sie zu Ihrem Geburtstag ein?

          Eingeladen wurden immer meine ältesten Freunde. Ich habe Freunde, mit denen ich seit über sechzig Jahren befreundet bin. Es fing mit einem harten Kern von engen alten Freundschaften an, so ungefähr dreißig. Klassenkameraden, Fußballer, Richter, Rechtsanwälte - mit denen hat es angefangen, und dann wurde der Kreis immer größer, weil ich im Laufe der Jahre weitere nette Menschen kennengelernt habe. So sind es dann zuletzt um die hundert Männer gewesen, die bei mir im Privathaus feiern. Das sind alles Männer, die mir sympathisch sind und die ich gerne zu meinem Geburtstag sehen wollte. Es gibt einige, die seit fünfzehn Jahren jedes Jahr dabei sind. Musiker, Künstler, Boxweltmeister Dariusz Michalczewski, Fußballer und eben auch Politiker, mit denen ich mich angefreundet habe. Sie freuen sich auf die Feier. Das ist nichts mit teurem Wein oder teurem Essen. Das ist etwas ganz anderes.

          Was denn?

          Wir machen etwas, was es heute kaum noch gibt: hannöversches Essen. Tatar, Bouillonwürstchen, Kartoffelsalat, Nudelsalat von meiner Frau, auf den sich alle stürzen, weil er so lecker ist. Dazu gibt es Kölsch und Veltins von meinem Freund Peter Oser-Veltins. Dann isst man und quatscht. Im Keller ist ein Discjockey, ein super Flamenco-Gitarrist aus Spanien ist seit Jahren dabei. Wir krökeln und spielen Tischtennis. Der beste Krökler ist Utz Claassen. Der ist hier fast unschlagbar. Und im Tischtennis ist es Klaus Meine. Der ist übrigens ein wirklich guter Freund. Ich kenne ihn seit mehr als 20 Jahren. Wir spielen dann Turniere. Das geht bis morgens um sieben.

          Klingt so ein bisschen nach Jungsgeburtstag.

          Meine Frau sagt, das darf ich nicht sagen, weil es sich albern anhört. Aber Karl Dall hat mal gesagt, er fühle sich an seine Jugendzeit erinnert. Das ist das, was meinen Herrenabend ausmacht. Da ist nichts Geheimes, nichts Spannendes, nichts, was hinter Cohiba-Zigarren-Wolken besprochen wird. Da haben einfach alle ihren Spaß.

          Frank Hanebuth, Chef der Hells Angels in Hannover, soll den ja auch haben.

          Das kann ein normaler Bürger schwer nachvollziehen. Frank Hanebuth ist seit 28 Jahren mein Mandant. Daraus hat sich eine Freundschaft entwickelt. Meine Frau und ich verstehen uns gut mit ihm. Er ist aus meiner Sicht intelligent, kommt aus gutem Hause und kann sich prima benehmen. Meine Freunde, die ihn kennen, sagen mir jedes Mal: Das ist ein taffer Typ, der hat Humor. Warum soll ich um Himmels willen so einen Menschen fallenlassen? Er hat mich bis heute nicht enttäuscht. Als Gerhard Schröder Bundeskanzler war, habe ich entgegen meiner Überzeugung zu Herrn Hanebuth gesagt, ich könne ihn nicht einladen - sonst kommt der Vorwurf der Nähe zwischen Hells Angels und Politik. Diese Nähe gab es nie, aber Herr Hanebuth hat verstanden, dass ich ihn nicht einladen konnte. Als Schröder dann nicht mehr Kanzler war, hat Hanebuth auch wieder mitgefeiert.

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