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Götz-Werner von Fromberg im Interview : „Es gibt keine Maschsee-Mafia“

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Was soll der normale Bürger denken? Da feiern Politiker, Unternehmer, Promis und ein Hells Angel zusammen.

Der Bürger kann sich ja seine Gedanken machen. Sie sagen: ein Hells Angel. Um es klar zu sagen, Herr Hanebuth ist auf meiner Feier nicht als Hells Angel, er ist als mein Freund da. Im Übrigen möchte ich eines herausheben: Ich lasse mir von niemandem meine Freunde diktieren. Ich halte zu jedem, in guten wie in schlechten Zeiten, es sei denn, er enttäuscht mich persönlich. Freundschaft ist mir sehr wichtig.

„Es muss doch erlaubt sein, dass man alles das, was im gesetzlichen Rahmen zulässig und möglich ist, auch machen kann.“

Es gibt auch andere Bezeichnungen für Ihre Herrenabendrunde: Maschsee-Mafia, Erbfreunde, Klüngel, das Wohnzimmer der Macht.

Das hat mit der Realität nichts zu tun. In Hannover ist es so: Man kennt viele Leute, man trifft viele Leute. Das liegt daran, dass Hannover überschaubar ist. Es gibt keine Hannover-Connection, keine Maschsee-Mafia. Das sind Erfindungen. "Wohnzimmer der Macht" hat mal eine Boulevardzeitschrift über ein Foto geschrieben. Dass jeder Einzelne vielleicht Macht hatte oder hat, ist ja nicht zu bestreiten, weil es wichtige Unternehmer, wichtige Politiker und wichtige Personen aus dem Showbusiness sind. Aber es ist eine Freundschaftsrunde. Und ich will Ihnen auch noch etwas zu Hannover sagen. Keiner hat sich für Hannover interessiert. Harald Schmidt hat einen Witz gemacht: Nichts ist doofer als Hannover. Das war das, was von Hannover rübergekommen ist. Dann hat sich die Stadt toll entwickelt. Ich bin stolz auf diese Stadt und natürlich auf Hannover 96. Ich mag die Menschen hier sehr gerne. Wir Hannoveraner haben keinen Grund, uns zu verstecken, nur weil wir jetzt mal negativ dargestellt werden.

Auf Ihren Partys waren unter anderen Gerhard Schröder, Carsten Maschmeyer und TUI-Chef Michael Frenzel. Ist Macht Voraussetzung, um an dem Herrenabend teilnehmen zu können?

Wie gesagt, treffe ich mich mit ihnen, weil ich sie mag. Nun ist es eben so, dass die Männer Einfluss haben. Aber ich kann mich nicht erinnern, dass ich mal von ihnen profitiert habe. Das Einzige, was für mich gilt, ist, dass ich bei meinen Freunden, wenn sie Geschäfte in Hannover haben, kaufe und dass ich erhoffe und eigentlich auch erwarte, dass sie Mandate, die sie haben, auch zu mir bringen, aber nicht nur, weil ich ein Freund, sondern weil ich ein guter Anwalt bin. Um es klar zu sagen, ich lade nicht danach ein, wie wichtig jemand ist. Ich habe Männer kennengelernt, die Macht haben. Es sind auch einige dabei, die vom Olymp in ein tiefes Loch gefallen sind, Peter Hartz oder Gerhard Glogowski beispielsweise. Und es gibt noch andere. Die gehören genauso dazu.

Peter Hartz ist über die VW-Affäre gestolpert, Gerhard Glogowski als Ministerpräsident von Niedersachsen unter anderem über eine private Einladung durch die TUI.

Ja, Herrn Glogowski habe ich dann seinerzeit im Untersuchungsausschuss als Anwalt vertreten. Er hat sich für einen sauberen Rücktritt entschieden, um das Amt zu schützen und sich, seiner Familie und seinem Umfeld Unannehmlichkeiten zu ersparen.

Dass Wirtschaftsbosse und Politiker gemeinsam feiern, finden Sie nicht problematisch?

Nein. Wenn einer sagt, ich möchte mit dem und dem geschäftlich nichts zu tun haben, kann er sich ja entsprechend entscheiden. Solche Kontakte privater Natur auf Feiern können sehr hilfreich und nützlich sein. Das kann ja, das darf auch nicht schaden. Wichtig ist nur, dass man Grenzen respektiert.

Carsten Maschmeyer hat Anzeigen für Gerhard Schröder geschaltet.

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