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Die AfD und der Görlitzer Markt : Nicht jeder Pfifferling ist deutsch

Der Wochenmarkt an der Elisabethstraße in Görlitz Bild: Robert Gommlich

Auf dem Wochenmarkt von Görlitz gibt es viele ausländische Händler. Die AfD geht gegen die Pächter vor. Will sie die Ausländer vertreiben?

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          Zufrieden läuft François Fritz über den Görlitzer Wochenmarkt. Er grüßt nach links, er grüßt nach rechts. Manchmal bleibt er stehen und hält ein kleines Schwätzchen: „Wie gehen die Geschäfte?“, „Läuft der Laden?“, „Kommt ihr zurecht?“ Beim Wurstimbiss kann man Brühpolnische, Kamenzer und Debreziner essen. Nebenan gibt es asiatische Spezialitäten, gegenüber verkaufen Gärtner Blumen, und gleich mehrere Stände bieten Obst und Gemüse an. Die Erdbeersaison ist vorbei, dafür gibt es jetzt Gurken und Radieschen aus Deutschland und Pfifferlinge und Heidelbeeren aus Polen.

          Stefan Locke
          Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.

          Fritz ist einer der vier Betreiber des Marktes. Er kennt die meisten Händler persönlich. 18 Jahre macht er den Job schon und hatte immer große Freude daran. Bis die AfD anfing, in der Görlitzer Stadtpolitik mitzumischen. Seither glaubt Fritz, dass AfD-Kreise versuchen, die ausländischen Händler vom Görlitzer Wochenmarkt zu verdrängen und die Pächter abzulösen. Um das Thema gibt es Gerüchte, Anschuldigungen, Unterstellungen und Anzeigen.

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