https://www.faz.net/-gpf-a1ykp

Evangelische Kirche : Gibt es bald Kirchensteuer-Rabatt für Berufseinsteiger?

  • Aktualisiert am

In Süsel in Schleswig-Holstein feiert die Gemeinde Mitte Juli einen Konfirmationsgottesdienst mit Corona-Schutzmaßnahmen. Bild: Markus Scholz/dpa

Die Evangelische Kirche in Deutschland diskutiert über eine Reform der Kirchensteuer. Vergangenes Jahr waren die Einnahmen zwar so hoch wie nie – die Zahl der Kirchenaustritte aber auch.

          1 Min.

          Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) denkt über eine Absenkung der Kirchensteuer für bestimmte Gruppen nach. „Wir diskutieren darüber, ob es vernünftig ist, für die Gruppe der Berufseinsteiger mit der Kirchensteuer eventuell noch zu warten oder sie zu reduzieren“, sagte der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford Strohm der Zeitung „Welt“. Auch erwäge man, „generell flexibler zu sein, bei der Kirchensteuer Rücksicht auf bestimmte Lebenssituationen zu nehmen, die das Kirchenrecht bisher nicht vorsieht, die menschlich aber nachvollziehbar sind“.

          In Deutschland sind im vergangenen Jahr mehr als eine halbe Million Menschen aus der Kirche ausgetreten – so viele wie nie zuvor. Bei den Katholiken waren es 272.771, bei den Protestanten 270.000 Menschen.

          Rekordeinnahmen trotz Mitgliederverlust

          Dennoch nahmen die beiden großen Kirchen 2019 so viel Kirchensteuer ein wie nie – insgesamt rund 12,7 Milliarden Euro. Davon erhielt die katholische Kirche 6,76 Milliarden und die evangelische 5,95 Milliarden Euro. Fachleute machten für das Rekordhoch vor allem die gute Konjunktur verantwortlich. Für das laufende Jahr rechnen beide Kirchen mit starken Einbrüchen aufgrund der durch die Corona-Pandemie verursachten Wirtschaftskrise.

          In Deutschland ist die Kirchensteuer eine gesetzlich festgelegte Abgabe der Kirchenmitglieder. Ihre Höhe beläuft sich je nach Bundesland auf acht oder neun Prozent der gezahlten Lohn- oder Einkommensteuer. Die Finanzämter ziehen das Geld ein und geben es an die Kirchen weiter. Dafür erhält der Staat etwa drei Prozent des Steuereinkommens.

          Die Kirchensteuer ist die mit Abstand wichtigste Einnahmequelle der Kirchen. Die Kirchen finanzieren aus den Einnahmen vor allem die laufenden Kosten für ihr Personal in Seelsorge, Schulen und sozialen Einrichtungen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Protest gegen die PiS vor dem Verfassungsgericht in Warschau am 31. August

          Polen und die EU : Die wachsende Gefahr des Polexits

          Die nationalkonservative PiS-Regierung will Polen wohl nicht aus der EU führen. Aber sie nimmt das Risiko mutwillig in Kauf, weil sie ihre Macht über das Wohl des Landes stellt.
          So spannend wie lange nicht mehr: Zwischen SPD und Union ist es ein Kopf-an-Kopf-Rennen

          Allensbach-Umfrage : Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPD und Union

          Kurz vor der Bundestagswahl ist das Rennen zwischen SPD und Union um Platz Eins weiter offen. In der letzten Umfrage des Allensbach-Instituts im Auftrag der F.A.Z. verkürzt sich der Abstand zwischen den beiden Parteien.
          Einige der verbliebenen Einwohner des Dorf Tolkha im Pandschir-Tal, links der durch Schüsse verletzte Noor Allam Said und sein Vater Ghulam Said

          Pandschir-Tal : Der Frieden der Taliban

          Die Region Pandschir hatte lange Widerstand gegen die Islamisten geleistet. Nun fragen sich die Menschen in dem abgeschiedenen Tal, wie es unter den neuen Herrschern weitergeht. Manche wollen den Kampf fortführen. Eine Reportage.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.