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Mehrere Polizeieinsätze : Gewaltausbruch in Freiburger Flüchtlingsunterkunft

Die Landeserstaufnahmeeinrichtung Freiburg (Archivbild) Bild: dpa

Weil in einer Erstaufnahmeeinrichtung Afrikaner und Araber in Streit gerieten, musste die Polizei mehrfach ausrücken. Neun Personen wurden vorläufig festgenommen.

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          In der Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) in Freiburg hat es in den vergangenen Tagen mehrere Auseinandersetzungen gegeben, bei denen Gewalt angewendet worden ist. Innerhalb von 15 Stunden waren fünf Polizeieinsätze nötig, um die Lage zu beruhigen. Nach Darstellung der Polizei sollen zwei Gruppen von Flüchtlingen in Streit geraten sein. An den Tumulten, die schon am Sonntag begonnen hatten, beteiligten sich etwa 40 Personen. Einerseits handelte es sich demnach um Flüchtlinge aus Nordafrika, anderseits um Geflüchtete aus Syrien und Afghanistan. Die Personen sollen mit Eisenstangen und Messern aufeinander losgegangen sein. Anlass des Streits soll eine Zigarette gewesen sein. Ein Sprecher der Freiburger Polizei sprach von einer „sehr ex­tremen Situation“. Die Polizei nahm neun Personen vorläufig in Gewahrsam; gegen einige Verdächtige wird wegen Landfriedensbruchs und wegen schwerer Körperverletzung ermittelt.

          Rüdiger Soldt
          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Auch die Bundespolizei wurde hinzugezogen. Bei einem der Einsätze hatten sich am Eingang der LEA etwa 300 Personen versammelt, sodass die Polizei eine weitere Eskalation befürchtete. Am Montag lösten einige Flüchtlinge aus Nord­afrika dann offenbar mutwillig Brandalarm aus. Wenige Stunden später griffen einige Flüchtlinge LEA-Mitarbeiter tätlich an. Das Freiburger Regierungspräsidium will mit der Staatsanwaltschaft und der Polizei noch in dieser Woche ein Krisengespräch führen.

          Am Dienstag durchsuchte die Polizei in Baden-Baden sowie im Landkreis Rastatt zahlreiche Asylunterkünfte. Es gehe um den Verdacht des gewerbsmäßigen Handels mit Betäubungsmitteln in den Flüchtlingsheimen, teilte die Staatsanwaltschaft Baden-Baden mit. Die Zahl der Flüchtlinge aus der Ukraine und der Asylantragsteller in Baden-Württemberg steigt unterdessen weiterhin an: Im Januar meldeten sich bei den Behörden 2731 ukrainische Kriegsflüchtlinge; sie bekommen Schutz aufgrund der sogenannten EU-Massenzustrom-Richtlinie und erhalten Sozialleistungen ohne Asylverfahren. Gleichzeitig nimmt auch die Zahl der Asylbewerber aus Syrien, Afghanistan oder Iran zu: Im Januar stellten 1933 Menschen einen Antrag, 400 mehr als im Januar des vergangenen Jahres. Aus diesem Grund sucht die Landesregierung derzeit neue LEA-Standorte.

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