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Gewalt in Darmstadt : So schafft man sich ab

Nach einem Musikfestival in Darmstadt sollen Polizisten gezielt angegriffen worden sein. Bild: dpa

In einer Zeit, in der Terroristen die ganze Wachsamkeit des Staates fordern, sieht sich die Polizei einer gewaltsamen Abneigung derer gegenüber, die sie schützen soll. So schafft Deutschland sich tatsächlich ab.

          Nein, das waren keine Flüchtlinge im Lagerkoller, die in Darmstadt randalierten – und von denen hundert (!) zunächst festgenommen wurden. Wer hat die wegen des Verdachts auf Körperverletzung und Ruhestörung herbeigerufene Polizei beworfen, angegriffen und sich mit den Angreifern solidarisiert? Ganz normale Deutsche? Die Mitte der Gesellschaft? Wohlstandskinder? Feiernde Oberschüler? Freiheitsliebende Absolventen eines freiwilligen sozialen Jahres? Womöglich etwas von alldem, jedenfalls in bester Laune. Das Objekt dieses „Widerstands“ waren staatliche Ordnungshüter, also jene, die von den Tätern sonst gern bei jeder Nichtigkeit gerufen werden.

          Lange waren das Melken des Sozialstaats, das Einreichen zweifelhafter Belege und das radikale Vorgehen gegen Knöllchen die einzigen Volkssportarten. Vorfälle wie in Darmstadt zeigen, dass es dabei nicht bleibt. In einer Zeit, in der Terroristen die ganze Wachsamkeit des Staates fordern, sieht sich die Polizei einer gewaltsamen Abneigung derer gegenüber, die sie schützen soll. So schafft Deutschland sich tatsächlich ab.

          Reinhard Müller

          Verantwortlicher Redakteur für „Zeitgeschehen“, „Staat und Recht“ sowie Frankfurter Allgemeine Einspruch.

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