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Gewalt im Amateurfußball : „Es knallt jeden Spätherbst“

Spaß muss sein: Die Nachwuchsfußballer von Kickers Offenbach während ihrem Konflikttraining Bild: Marcus Kaufhold

Die jüngsten Gewalttaten in Amateurfußball haben Menschen im ganzen Land geschockt. Politiker fordern harte Strafen für die Täter. Fachleute versprechen sich jedoch mehr von einer anderen Maßnahme.

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          Im Training der U-16-Mannschaft von Kickers Offenbach geht es zur Sache, und die Regieanweisung ist so kurz wie eindeutig: „Einer wird gefoult, einer eskaliert“, sagt Übungsleiter Markus Wehenkel. Wenige Augenblicke später passiert es wie geheißen, ein Spieler im grauen Leibchen tritt Abwehrspieler Antonio Montiljo von hinten in die Beine. Dieser kann nicht glauben, dass der Schiedsrichter dafür nur einen Freistoß gibt und keine Gelbe Karte. „Hey, Schiri, was soll das denn?“, ruft Montiljo. Der Unparteiische weicht sogleich zurück – zu groß scheint seine Angst zu sein, dass der Spieler seiner Wut auch handfest Ausdruck verleiht.

          Die hitzige Szene endet nicht mit einem üblen Gerangel auf dem Platz, sondern mit einer Analyse. In einem Seminarraum im Offenbacher Leitungszentrum bringen Markus Wehenkel und sein Kollege Dieter Kliem vom Netzwerk „Fair Play Hessen“ den jugendlichen Spielern bei, wie sie Konflikte draußen auf dem Rasen beilegen können. Der Kurs besteht aus Theorie und praktischen Übungen – und dauert wie ein richtiges Fußballspiel 90 Minuten. Es sei eine Präventivmaßnahme, sagt der Trainer der Offenbacher Nachwuchsfußballer, Thomas Kaltsounis. Die Übungen seien sinnvoll, auch wenn die Mannschaft in der Fairplay-Wertung „weit vorne“ liege, wie Kaltsounis betont. Der Verein zieht damit seine Schlussfolgerungen aus verschiedenen Vorfällen vom letzten Oktoberwochenende.

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