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GEW zum Digitalunterricht : „Es ruckelt technisch gewaltig“

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Sechstklässler beim Homeschooling: Seit Montag findet der Schulunterricht in Deutschland überwiegend wieder digital statt. Bild: dpa

Lernplattformen und Server brechen zusammen, Schüler wie Lehrer sind frustriert. GEW-Chefin Tepe fordert, schnellstens „alles für die Digitalisierung in den Schulen mobilisieren“. Doch jahrelange Versäumnisse lassen sich nicht in wenigen Monaten aufholen.

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          Die Chefin der Bildungsgewerkschaft GEW, Marlis Tepe, prangert große technische Schwierigkeiten beim Start in den Distanzunterricht an – und sieht nun die Politik in der Verantwortung. „Es ruckelt technisch gewaltig. Viele Lernplattformen und Server halten den Zugriffen nicht stand“, sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Als die Programme entwickelt worden seien, sei nie die Idee gewesen, dass so viele Schüler gleichzeitig auf sie zugriffen. „Die Situation ist jetzt so, als stünden elf Millionen Schüler gleichzeitig vor der Schultür.“

          Tepe sagte, die Politik müsse jetzt so schnell wie möglich alles für die Digitalisierung in den Schulen mobilisieren, was gehe. „Der erste Schultag nach Weihnachten hat deutlich gemacht: die Schülerinnen und Schüler, die Lehrkräfte und die Eltern haben Besseres verdient.“ Sie bekräftigte ihren Vorwurf, dass es die Politik im Sommer verschlafen habe, Distanz- und Wechselunterricht besser vorzubereiten. „Stattdessen haben die Minister sich auf die Option konzentriert, die für sie selbst mit am wenigsten Arbeit verbunden war: auf die Hoffnung, dass es mit dem Präsenzunterricht schon irgendwie klappt. Das war fahrlässig.“

          Nach dem Ende der Weihnachtsferien im ganzen Bundesgebiet sind die meisten Schulen in eine Phase des Fernunterrichts gestartet, deren Dauer noch nicht absehbar ist. Mit Ausnahme von Abschlussklassen gilt für fast alle Schüler zunächst „Homeschooling“.

          Zum Unterrichtsbeginn gab es am Montag teilweise wieder Probleme mit Lernplattformen. Angesichts der andauernden Schwierigkeiten wirbt die neue Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Britta Ernst, um Verständnis bei frustrierten Kindern und Eltern. Dass Server in Schulen manchmal nicht funktionierten, sei ärgerlich, sagte die brandenburgische Bildungsministerin (SPD) am Montagabend in den ARD-„Tagesthemen“. „Aber was wir in den vergangenen fünf bis acht Jahren versäumt haben an Initiativen für die digitale Bildung, holen wir nicht in sechs bis neun Monaten auf.“ Sie fügte an: „Ich gebe zu, wir wären gerne woanders.“

          Auf die Frage, warum nicht leerstehende Theater oder Messehallen für die Schulen angemietet werden können, sagte Ernst, die Idee sei gut, aber begrenzt umsetzbar, weil beim Unterricht ja nicht eine Gruppe den ganzen Tag zusammenkomme. Zum Thema Schulschließungen sagte sie, die Kultusminister wollten keinen Automatismus anhand der Infektionsstatistik. „Wir möchten genau hingucken und die Gesamtsituation beurteilen.“

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