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Gesundheitspolitik : Spahn reißt alles an sich

Jens Spahn: Politiker mit Gefühl für den geplanten Skandal Bild: dpa

Mit seinem Vorstoß zum Fettabsaugen hat Jens Spahn für maximale Aufregung gesorgt. Das war Teil seines Plans – und zeigt sein politisches Geschick.

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          Lange Zeit galt das Gesundheitswesen als das Stiefkind der deutschen Innenpolitik, mit dem man politisch nichts gewinnen kann, nicht als Minister und nicht als Fachpolitiker. Und zum Dank kriegt man schlechte Presse, weil bei jeder Reform immer irgendjemand beleidigt ist und sich nicht scheut, das ziemlich laut und ziemlich klar zu sagen. Doch Jens Spahn, so haben es die Kommentatoren seit dessen Amtsantritt vor bald einem Jahr immer wieder betont, sei anders, ein Naturtalent, der mache selbst dröge Gesundheitspolitik sexy. Die Republik diskutiere seitdem wieder über Gesundheitspolitik, so viel und so leidenschaftlich wie lange nicht, man müsse sich nur die Beispiele ansehen: Pflege, Organspende und jetzt auch Fettabsaugen. Das klingt nach einer tollen Geschichte, nur leider stimmt sie nicht ganz.

          Die Republik diskutiert in diesen Tagen nur vordergründig über Gesundheitspolitik. In Wahrheit lässt sie sich vom Minister blenden. Natürlich kann darüber gestritten werden, ob die gesetzlichen Krankenkassen die sogenannte Liposuktion bezahlen sollen, ob also die Gemeinschaft dafür aufzukommen hat, dass viele Frauen – bei Männern tritt das so kaum auf – darunter leiden, wenn sich bei ihnen an Beinen und Hüfte das Fett übermäßig ansammelt.

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