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Streit um Gesundheitskioske : Einmal gesund werden, bitte

Ein pensionierter Sportlehrer leitet den Kurs „Fit im Alter“ im Gesundheitskiosk Hamburg-Billstedt. Bild: Niklas Grapatin

Karl Lauterbach will, dass bundesweit Hunderte Gesundheitskioske entstehen. Ihr Nutzen ist umstritten, viele Kassen wollen das Geld lieber anders ausgeben. Ein Modellprojekt bangt schon um seine Zukunft.

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          Natürlich gibt es Bilder von dem Tag. Sie zeigen, wie zwei schwarze Limousinen über Kopfsteinpflaster durch den Kiez rollen. Wie Polizisten die Fußgängerzone sichern, während sich der Bundesgesundheits­minister erklären lässt, was das ist, ein Gesundheitskiosk. Und dann natürlich die Pressekonferenz im Innern der Beratungsstelle in Billstedt, tief im Hamburger Osten: Vor Karl Lauterbach, dem Minister, stehen fünf Mikrofone der Rundfunkanstalten. Vor dem Geschäftsführer des Kiosks steht nur ein Glas Wasser.

          Kim Björn Becker
          Redakteur in der Politik.

          So sieht es aus, wenn die Bundespolitik ihr Regierungsviertel verlässt, um vor Ort eine Reform anzukündigen. Die soll einmal das ganze Land betreffen. Bis zu 1000 Kioske will Lauterbach bundesweit entstehen lassen, einen pro 80.000 Einwohner. Kleine Einrichtungen, von Pflegekräften geleitet, die das bisherige System aus Arztpraxen und Krankenhäusern er­gänzen sollen. Es wäre eine kleine Revolution des deutschen Gesundheitswesens. Etwas, mit dem sich Lauterbach jenseits von Pandemie und Klinikreform profilieren könnte. Die Kioske, „das sind niedrigschwellige Zugänge für diejenigen, die man sonst immer erst erreicht, wenn es zu spät ist“, sagt der Sozialdemokrat bei seinem Besuch in Hamburg. Das war Ende August.

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