https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/gestrandet-mehr-als-225-000-deutsche-zurueckgeholt-16726550.html
 

225.000 Deutsche zurückgeholt : Meisterleistung der Diplomaten

  • -Aktualisiert am

Wo die Fäden der Rückholaktion zusammenlaufen: Morgendliches Lagebriefing des Krisenreaktionszentrums im Auswärtigen Amt Bild: dpa

Sie waren in Neuseeland, Peru oder Marokko, als die Flughäfen plötzlich geschlossen wurden. Nun sind mehr als 225.000 Deutsche wieder in ihrer Heimat. Die Rückholaktion des Außenministeriums war beispiellos.

          1 Min.

          Während die Debatte über Lockerungen der Beschränkungen des öffentlichen Lebens so inbrünstig geführt wird, als sei das der Kern der Corona-Pandemie, findet diese erfreuliche Nachricht kaum noch Beachtung: Mehr als 225.000 Deutsche, die zumeist als Touristen im Ausland gestrandet waren, sind zurück in der Heimat.

          Die vom Auswärtigen Amt organisierte Rückholaktion mit Flügen noch in die hintersten Winkel der Welt war beispiellos und übertraf in der Dimension ähnliche Aktionen in der Vergangenheit bei weitem. Die deutschen Auslandsvertretungen haben jedenfalls ihren Auftrag auf eine Weise erfüllt, die Lob verdient, auch weil andere vergleichbare Länder nicht annähernd dazu in der Lage oder willens waren.

          Unverschämtes Lamentieren

          Natürlich gibt es Klagen über unzureichende Informationen und als ungenügend empfundene Betreuung. Aber einzelne Versäumnisse dürften auch bei allergrößtem Einsatz kaum zu vermeiden gewesen sein angesichts von Hunderttausenden, die, allein oder im Pauschalarrangement, im Dschungel oder an Stränden, von einem auf den anderen Moment aus der Urlaubswelt gerissen wurden.

          Eine Rettungsflotte wartet nun mal nicht an der nächsten Ecke; die Organisation in dieser Weltkrise war eine Herausforderung für sich. Dass Zeitgenossen Reisewarnungen ignorierten, dann prompt auf staatlichem Rückholservice bestanden, als sei der Teil der Buchung, ist eigentlich unverschämt; genauso wie das Lamentieren über die Kosten der Rückkehr.

          Weitere Themen

          Briten nehmen an Macron-Projekt teil

          F.A.Z. exklusiv : Briten nehmen an Macron-Projekt teil

          Die Brexit-Befürworter befürchten, die Europäische Politische Gemeinschaft könne zu einer Art Ersatz-EU werden. Trotzdem wird Premierministerin Truss am ersten Treffen in Prag teilnehmen, hat die F.A.Z. erfahren.

          Topmeldungen

          Sein Ruhm strahlt weniger ab: Wirtschaftsminister Habeck am Dienstag in Berlin

          AKW-Streckbetrieb : Was ist nun bei den Grünen los?

          Zwei Atomkraftwerke im Süden werden wohl bis zum April 2023 laufen. Für die grünen Wahlkämpfer im Norden kann das eine Chance sein – abgeräumt ist das Thema noch nicht.
          Russische Rekruten steigen in Krasnodar in einen Bus.

          Russische Rekruten : Mit eigenem Schlafsack in den Krieg

          Während Präsident Putin an diesem Freitag Russlands neueste Anschlüsse feiert, trübt vor allem der Unmut über die Mobilmachung die Stimmung.
          Demonstration in Magdeburg

          Proteste gegen Energiepreise : Ostdeutscher Unmut

          Vor allem in Ostdeutschland wächst der Zorn über steigende Energiepreise und den Kurs der Regierung im Ukrainekrieg. Von dieser Stimmung profitiert wieder einmal eine bestimmte Partei.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.