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225.000 Deutsche zurückgeholt : Meisterleistung der Diplomaten

Wo die Fäden der Rückholaktion zusammenlaufen: Morgendliches Lagebriefing des Krisenreaktionszentrums im Auswärtigen Amt Bild: dpa

Sie waren in Neuseeland, Peru oder Marokko, als die Flughäfen plötzlich geschlossen wurden. Nun sind mehr als 225.000 Deutsche wieder in ihrer Heimat. Die Rückholaktion des Außenministeriums war beispiellos.

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          Während die Debatte über Lockerungen der Beschränkungen des öffentlichen Lebens so inbrünstig geführt wird, als sei das der Kern der Corona-Pandemie, findet diese erfreuliche Nachricht kaum noch Beachtung: Mehr als 225.000 Deutsche, die zumeist als Touristen im Ausland gestrandet waren, sind zurück in der Heimat.

          Die vom Auswärtigen Amt organisierte Rückholaktion mit Flügen noch in die hintersten Winkel der Welt war beispiellos und übertraf in der Dimension ähnliche Aktionen in der Vergangenheit bei weitem. Die deutschen Auslandsvertretungen haben jedenfalls ihren Auftrag auf eine Weise erfüllt, die Lob verdient, auch weil andere vergleichbare Länder nicht annähernd dazu in der Lage oder willens waren.

          Unverschämtes Lamentieren

          Natürlich gibt es Klagen über unzureichende Informationen und als ungenügend empfundene Betreuung. Aber einzelne Versäumnisse dürften auch bei allergrößtem Einsatz kaum zu vermeiden gewesen sein angesichts von Hunderttausenden, die, allein oder im Pauschalarrangement, im Dschungel oder an Stränden, von einem auf den anderen Moment aus der Urlaubswelt gerissen wurden.

          Eine Rettungsflotte wartet nun mal nicht an der nächsten Ecke; die Organisation in dieser Weltkrise war eine Herausforderung für sich. Dass Zeitgenossen Reisewarnungen ignorierten, dann prompt auf staatlichem Rückholservice bestanden, als sei der Teil der Buchung, ist eigentlich unverschämt; genauso wie das Lamentieren über die Kosten der Rückkehr.

          Klaus-Dieter Frankenberger
          Redakteur in der Politik.

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