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Gespräch mit der F.A.S. : Merkel mahnt Türkei zu Änderungen

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Macht ihren Standpunkt klar: Bundeskanzlerin Merkel beim F.A.S.-Gespräch in Berlin Bild: Julia Zimmermann

Die Bundeskanzlerin weist vor ihrem Treffen mit Erdogan auf die Lage der Kurden hin und verteidigt das Flüchtlingsabkommen. Im Gespräch mit der F.A.S. erklärt Merkel jedoch: „Einige Entwicklungen bereiten uns große Sorgen.“

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          Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich vor ihrem Besuch in der Türkei besorgt über die Zustände dort geäußert und die Regierung zu Änderungen gemahnt. „Natürlich bereiten uns einige Entwicklungen in der Türkei große Sorgen“, sagt sie in einem Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.). Merkel monierte, dass „der Prozess der Annäherung und Aussöhnung mit den Kurden im letzten Jahr abgebrochen“ sei. Die PKK sei auch aus deutscher Sicht eine terroristische Vereinigung, bekräftigte die Kanzlerin, sagte aber weiter: „Wir wollen, dass die kurdische Bevölkerung ihren gleichberechtigten Platz und eine gute Zukunft in der Türkei hat.“

          Die vom türkischen Parlament beschlossene Aufhebung der Immunität von Abgeordneten sei „mit schwerwiegenden Folgen“ für kurdische Politiker verbunden, das erfülle sie „mit großer Sorge“. Merkel kündigte an, dass sie mit Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan am Montag über „alle wichtigen Fragen“ sprechen werde.

          Merkel wies den Vorwurf zurück, dass sie sich mit dem Flüchtlingsabkommen in eine einseitige Abhängigkeit von der Türkei begeben habe. „Es gibt natürlich wechselseitige Abhängigkeiten, Sie können es auch einfach die Notwendigkeit zum Interessenausgleich nennen“, sagte sie der F.A.S. Ausgleich heiße nicht völlige Übereinstimmung mit der Politik eines Landes. Sie äußerte grundsätzlich: „Wir werden deshalb immer auch Kritisches in der Entwicklung eines Landes ansprechen, und zwar öffentlich wie nichtöffentlich.“ Merkel nannte den Interessenausgleich mit der Türkei fair. Es liege auch nicht im Interesse der Türkei, „wenn entlang ihrer Küste eine der größten Menschenschmuggelaktivitäten stattfindet, die man sich vorstellen kann“.

          „Über den Stand der Dinge sprechen“

          Die Kanzlerin äußerte sich gegenüber der F.A.S. erstmals zum jüngsten Streit zwischen Ankara und Brüssel über die Aufhebung der Visumpflicht für Türken. Die 2013 vereinbarten Bedingungen müssten zuvor erfüllt werden, sagte sie. Und weiter: „Das betrifft nun mal die Standards in der Türkei und erfordert dort Änderungen.“ Änderungen am Anti-Terror-Gesetz, wie die EU sie fordert, hatte der türkische Präsident kürzlich abgelehnt. Merkel sagte dazu: „Ich konzentriere mich darauf, genau zu beobachten, wie die Türkei mit ihren Zusagen umgeht. Bis jetzt setzt sie sie verlässlich um, und natürlich werde ich mit dem türkischen Präsidenten über den Stand der Dinge sprechen.“

          Das vollständige Gespräch mit der Bundeskanzlerin lesen Sie in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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