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Kritik an Landesbischöfin : Ihr wurde gesagt, dass man sie nicht mehr will

Die Landesbischöfin der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands, Ilse Junkermann Bild: Christina Oezlem Geisler

Zehn Jahre führte Ilse Junkermann die Landeskirche in Mitteldeutschland. Dann verabschiedete sich die Kirche von ihr – auch im Protestantismus ein ungewöhnlicher Vorgang.

          5 Min.

          Die Bischöfin sitzt in ihrem Büro direkt neben einem großen Bild des Gekreuzigten und freut sich: Die von ihrer Landeskirche initiierte Petition für Tempo 130 auf deutschen Autobahnen hat das erforderliche Quorum von 50.000 Unterzeichnern erreicht. Bald wird sich der Bundestag mit der Forderung beschäftigen müssen.

          Reinhard Bingener
          Politischer Korrespondent für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen mit Sitz in Hannover.

          Ilse Junkermann nennt das einen „unbedingten Erfolg“, denn die Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) ist für die Geschwindigkeitsbegrenzung. Wegen des Weltklimas, wegen der Unfalltoten. Tempo 130 sei „Gottesdienst im Alltag“, sagt Junkermann. Den Kritikern erklärt sie, es sei doch prima, dass die EKM „nicht kirchenamtlich sagt, wie es laufen soll“, sondern ihre Forderung als Petition in den demokratischen Diskurs eingebracht habe. Die Landeskirche knüpfe damit auch an eine „Lebensader der DDR-Kirche“ an, nämlich die regimekritische Umweltbewegung der achtziger Jahre. „Auch das ist ein Erfolg.“

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