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Genderneutrale Sprache : Elter 1 und 2

Ein gleichgeschlechtliches Paar mit seinem Kind Bild: dpa

Die geschlechtsneutrale Ära könnte auch bald in der deutschen Verwaltungssprache anbrechen. Doch nicht erst die „dritte Toilette“ ließ am Sinn einer derartigen Hofierung gesellschaftlicher Minderheiten zweifeln. Ein Kommentar.

          Vor Jahren klang es noch nach einem Scherz, als der Europarat vorschlug, die Verwaltungssprache um die neutrale Bezeichnung „Elter“ zu ergänzen – offen blieb, wer „Elter 1“ und wer „Elter 2“ sein darf. Einige wenige Staaten sind dieser Anregung gefolgt, nun sollen auch Frankreichs Behörden nicht mehr nur „Vater“ und „Mutter“ schreiben.

          Da schon die Stadt Hannover die geschlechtsneutrale Ära in ihren Behördenschreiben ausrief, dürfte es auch in Deutschland nicht mehr lange damit dauern. Begründen lassen sich solche Genderspielchen immer sehr gut: gegen Diskriminierung, Unterdrückung und Homophobie, für Gleichstellung und Vielfalt.

          Nicht erst die „dritte Toilette“ und das „Gendersternchen“ lassen allerdings am Sinn einer derartigen Hofierung gesellschaftlicher Minderheiten (und an der Verhunzung der Sprache) zweifeln. Eine neue Minderheit sieht partout nicht mehr ein, warum sie das „mitmachen“ soll. Deren gerne diskriminierend als „dumpf“ bezeichnetes Gefühl der Benachteiligung hat politische Mehrheiten schon verändert. Zu besichtigen überall in der westlichen Welt.

          Jasper von Altenbockum

          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

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