„Germany’s Next Topmodel“ :
Die hässliche Seite der Topmodel-Show

Von
Stevie Meriel Schmiedel
Lesezeit:
Zu dick, zu dünn, zu Klum? Posieren bei „Germany’s next Topmodel“

Der Frauenkörper ist ein Objekt der Begierde, ein Projekt, das es zu formen gilt. Das lernen schon kleine Mädchen.

In Zombie Boys Gesicht ist ein Totenkopf tätowiert. Er beugt sich mit gefletschten Zähnen und nacktem Oberkörper über das sechzehn Jahre alte Model im teuren Abendkleid, die Assoziation mit Gewalt liegt nahe. „Tu so, als sei es dein Freund, schau sexy aus!“ ruft Heidi ihren „Mädels“ fröhlich zu, von denen einige noch nicht wissen werden, wie sich Sex anfühlt. „Die Schöne und das Biest“ wird im Shooting bei „Germany’s Next Topmodel“ nachgespielt, das gute alte Märchen von zarter Schönheit und rauher Wildheit, dem klassischen Gegensatz zwischen Mann und Frau. Die Väter stehen stolz vor ihren Töchtern, die sich bei Schneesturm und Eiseskälte im dünnen Kleidchen lasziv und arrogant ablichten lassen. „Wie schön sie ist“, schluchzt einer, gerührt, dass seine Tochter es geschafft hat, dieses Bild abzugeben, für das die Gesellschaft sie belohnt. Die Mütter dürfen Heidi Klum ehrfürchtig die Hand schütteln, die kleineren Geschwister sind hysterisch vor Begeisterung.

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