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Historische Gerichtshalle : Der stumme Zeuge der RAF-Prozesse

Beginn des Verfahrens gegen Andreas Baader, Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin und Jan-Carl Raspe am 21. Mai 1975 in Stammheim: In der Mehrzweckhalle fanden bis April 2019 fast fünfzig Verfahren statt. Bild: Associated Press

In Stammheim wurden die Prozesse gegen die RAF, islamistische Terroristen und Rockergruppen geführt. Nach 44 Jahren bleibt die Frage: Was tun mit einem Gebäude, in dem deutsche Geschichte geschrieben wurde?

          Auf dem ehemaligen Rübenacker im Nordwesten Stuttgarts ist deutsche Geschichte geschrieben worden. Im „Mehrzweckgebäude“ in Stuttgart-Stammheim mussten sich von Mai 1975 an die Anführer der ersten RAF-Generation verantworten: Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin, Andreas Baader und Jan-Carl Raspe. Mord, versuchter Mord, die Bildung einer kriminellen Vereinigung, Bankraub und das Herbeiführen von Sprengstoffanschlägen waren die wesentlichen Punkte der Anklage. Bewegte Zeiten waren das: Andreas Baader schrie den Vorsitzenden Richter Theodor Prinzing immer wieder an, der Strafverteidiger Rupert von Plottnitz protestierte gegen die bundesrepublikanische Rechtsordnung und sprach vom „frei geschöpften Stammheimer Landrecht“

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Die 600 Quadratmeter große und acht Meter hohe, extra für den RAF-Prozess gebaute Halle wurde vom Oberlandesgericht Stuttgart bis zum April dieses Jahres als Verhandlungssaal für viele aufsehenerregende Strafprozesse und Staatsschutzverfahren genutzt, unter anderem für Verfahren gegen die ehemalige RAF-Terroristin Verena Becker, die nationalistische türkische Rockergruppierung „Osmanen Germania“, die Betreiber rechtsextremistischer Internetseiten sowie gegen Mitglieder der Terrororganisation „Islamischer Staat“. Insgesamt 44 Jahre lang diente die Halle, die nach dem Abschluss der RAF-Prozesse eigentlich eine Werkhalle für die Häftlinge werden sollte, als Gerichtssaal. Sie war ein Provisorium, doch ein dauerhaftes: Fast fünfzig Verfahren mit insgesamt 90 Angeklagten wurden in Stammheim allein gegen Mitglieder der RAF geführt.

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          Der wohl modernste und sicherste Gerichtssaal Deutschlands: Seit April wird in Stammheim im 29-Millionen-Euro-Neubau prozessiert.

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          Stacheldraht liegt auf einer Mauer der Justizvollzugsanstalt Stuttgart-Stammheim: Das Hochsicherheitsgefängnis, inklusive Prozesshalle soll, abgerissen werden – der Ort, an dem einst die RAF-Terroristen saßen.

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