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Kommentar : Schröder hilft Merkel

Angela Merkel will im Ruhestand nicht den Schröder machen. Sie hat ein anderes Amtsverständnis als er.

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          Es ist erst ein paar Tage her, dass Gerhard Schröder seine Nachfolgerin dafür tadelte, wegen des Diesel-Gipfels ihren Urlaub nicht unterbrochen zu haben: „Ich hätte da schon persönlich die Führung übernommen.“

          Man fragt sich, wohin er die Runde geführt hätte, da ihm doch schon in eigener Sache der Kompass abhandengekommen ist. Schröders Absicht, sich in ein Spitzengremium des russischen Ölkonzerns Rosneft wählen zu lassen, hat nun auch Angela Merkel kritisiert. Das sei „nicht in Ordnung“. Sie selbst will nach dem Ausscheiden aus dem Kanzleramt (so es eines Tages dazu kommt) keine Tätigkeit in der Wirtschaft übernehmen. An Angeboten würde es wohl nicht fehlen, wenn auch nicht unbedingt von Kernkraftwerkkonstrukteuren und russischen Staatsbetrieben.

          Doch Merkel dürfte ein Verständnis von der Würde und den Verpflichtungen des Amtes zu eigen sein, das anders als im Falle Schröders auch über die aktive Zeit hinausreicht. Der Altkanzler behauptet trumphaft, die Kritik an seinem Vorhaben sei verkappte Wahlkampfhilfe für Merkel. Die leistet er ihr freilich schon selbst.

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