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Annexion der Krim : Gerhard Schröder auf Liste der „Staatsfeinde“ der Ukraine

  • Aktualisiert am

Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder Bild: dpa

Der Name des ehemaligen Bundeskanzlers Schröder ist auf einer Liste der „Staatsfeinde“ der Ukraine aufgetaucht. Hintergrund ist wohl ein vier Jahre altes Interview. Schröders Frau zeigt sich besorgt.

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          Der Name von des ehemaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder ist auf einer Liste der „Staatsfeinde“ der Ukraine aufgetaucht. Die regierungsnahe Internetseite „Mirotworez“ (Friedensstifter) mit Verbindungen zum Innenministerium in Kiew zählt den SPD-Politiker damit zu den „Antiukrainern“. Das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtete zuerst darüber.

          Der frühere Kanzler geriet wohl auf die Liste, nachdem er in einem Interview mit den „Aachener Nachrichten“ Verständnis für die russische Annexion 2014 der ukrainischen Schwarzmeerhalbinsel Krim gezeigt hatte. „Glauben Sie ernsthaft, dass irgendein russischer Präsident dies in Zukunft wieder rückgängig machen wird? Diese Realität wird man eines Tages anerkennen müssen“, sagte Schröder. Er verwies auch darauf, dass die Halbinsel 1954 vom damaligen sowjetischen Regierungschef Nikita Chruschtschow der Ukraine geschenkt wurde. Sowohl Russland wie auch die Ukraine waren damals Teil der Sowjetunion.

          Schröder ist mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin befreundet. Seit der Annexion der Krim ist das Verhältnis Russlands zur Ukraine zerrüttet. Bereits im März hatte Außenminister Pawel Klimkin EU-Sanktionen gegen Schröder ins Gespräch gebracht.

          Die Liste der „Staatsfeinde“ hat Tausende Einträge, darunter findet sich auch die ehemalige Ministerpräsidentin Julia Timoschenko. Hinter der Internetseite steht ein Bekannter von Innenminister Arsen Awakow. Zwei Oppositionelle, die auf der Liste standen, wurden 2015 in Kiew ermordet.

          Schröders Ehefrau zeigte sich dem Bericht zufolge besorgt über den Eintrag. „In meinem Land und in meiner Kultur verstehen wir derartige Angriffe gegen einen demokratischen Politiker, insbesondere den ehemaligen Bundeskanzler, nicht“, sagte die aus Südkorea stammende Soyeon Schröder-Kim dem Redaktionsnetzwerk.

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