https://www.faz.net/-gpf-90ug5

Schröder und Rosneft : Das zieht einem die Schuhe aus

Rosneft ist kein Unternehmen wie Volkswagen. Der Konzern dient den Interessen des Kremls. Und der ehemalige Bundeskanzler Schröder künftig auch.

          1 Min.

          Zuerst behauptete Gerhard Schröder, es sei „ja noch überhaupt nicht entschieden“, dass er zu einem Führungskader im russischen Ölkonzern Rosneft werde. Wer vom Kreml für einen solchen Posten nominiert wird, weiß aber natürlich, dass die „Wahl“ nur noch eine Formsache ist, wenn beide Seiten bei ihren Absichten bleiben.

          Schröder bekräftigte nun, dass er das trotz aller Kritik vorhabe: Den Rosneft-Arbeitern in Deutschland und den Gewerkschaften werde dabei nicht unwohl sein, der SPD werde er mit dem Mandat nicht schaden. Der ehemalige Bundeskanzler tut wirklich weiter so, als sei Rosneft ein Unternehmen wie Volkswagen und er dort künftig der Vertreter der deutschen Arbeiterklasse. Das zieht einem glatt die Schuhe aus.

          Der nicht grundlos auf den Sanktionslisten des Westens stehende Konzern will sich in der Tat in Deutschland weiter ausbreiten – aber doch nicht, um hier die Massenarbeitslosigkeit zu mildern. Putins Machtinstrument Rosneft dient knallharten ökonomischen und politischen Interessen – den Interessen des Kremls, nicht Deutschlands. Schröder künftig auch.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Will die Klubwettbewerbe der Uefa reformieren: Präsident Aleksander Ceferin

          Fußball-Reform in Europa : Im Griff der Giganten

          Trotz der Ankündigung einer „Super League“ soll an diesem Montag eine Reform der Champions League beschlossen werden. Entwickelt von der immer mächtiger werdenden ECA – Deutschland hat wenig zu sagen.
          Außengastronomie geöffnet: Gäste in der Saarbrücker Kneipe „Glühwürmchen“ Anfang April

          Lockerungen bei hoher Inzidenz : Hat sich das Saarland verzockt?

          Die Landesregierung hält trotz steigender Infektionszahlen an Lockerungen fest. „Unser Saarland-Modell wirkt“, sagt Ministerpräsident Tobias Hans. Wissenschaftler kritisieren das hinter vorgehaltener Hand als „Irrsinn“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.