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Volksparteien in Not : Warum sich die Jungen abwenden

Sie fühlten sich von der Politik nicht ernst genommen: Aufstand der jungen Grünen Bild: Jan Bazing

Die Europawahl hat offensichtlich gemacht, wie stark die Wähler der Volksparteien altern. Eine ganze Generation wendet sich von Union und SPD ab. Woran liegt das?

          7 Min.

          Sie hätten es wissen können. In der Endphase der ersten großen Koalition unter Führung Angela Merkels gab das Bundesumweltministerium, damals geführt vom Sozialdemokraten Sigmar Gabriel, eine kleine, scheinbar harmlose Studie in Auftrag. „84 Prozent der Kinder und Jugendlichen im Alter von 10 bis 14 Jahren machen sich Sorgen um die Entwicklung des Weltklimas“ lautete das zentrale Ergebnis. Viele Lehrkräfte seien beim Thema Umwelt- und Klimaschutz außerordentlich engagiert, ließ Gabriel wissen, aber Kinder und Jugendliche wollten im Schulunterricht noch mehr über den Klimaschutz erfahren. „Dabei können die Bildungsmaterialien und Projektideen meines Ministeriums helfen.“

          Andreas Nefzger

          Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Woche.

          Seit dieser Woche weiß ganz Berlin, dass es damit nicht getan war. Zehn Jahre und zwei große Koalitionen später sind aus den Kindern und Jugendlichen junge Wähler geworden. Und diese Jungwähler haben – mutmaßlich im Namen des Klimas – dazu beigetragen, den Regierungsparteien bei der Europawahl eine schmerzliche Niederlage beizubringen. Die SPD fuhr mit 15,8 Prozent ein – wieder mal – historisch schlechtes Ergebnis ein. Die Union landete bei 28,9 Prozent und damit ebenfalls unter ihrem Ergebnis bei der letzten Bundestagswahl. Eine Sensation hingegen gelang den Grünen: Die Partei holte 20,5 Prozent – so viel wie noch nie bei einer bundesweiten Wahl.

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