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Gendergerechte Sprache : Moral und Unmoral

Auch ein Krieg der Sterne. Bild: dpa

Inklusiv und gerecht soll sie sein, die gendergerechte Sprache. Und wenn sie exklusiv und ungerecht ist?

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          Nachdem nun auch das Zentralkomitee der deutschen Katholiken nicht länger dem linksidentitären Zeitgeist nur hinterherhecheln möchte und künftig die Vielfalt der Geschlechter in Form eines Sternchens in der geschriebenen Sprache abbildet, lässt eine Nachricht aus dem grün-schwarzen Baden-Württemberg aufhorchen: Der Text des Koalitionsvertrages wird auf Bitten der CDU nicht durch Sternchen, Unterstrich, Doppelpunkt oder andere typographische Elemente verunstaltet – und die Grünen machen mit.

          Recht so, möchte man sagen, gerade weil Gerechtigkeit eine eminent politische Sache ist. Wie Privatpersonen schriftlich und mündlich miteinander kommunizieren, geht den Staat nichts an. Aber die öffentliche Sprache als Medium der Selbstverständigung in einem Gemeinwesen unterliegt anderen Regeln, die ihrerseits politisch legitimiert sein müssen.

          Maßstäbe sind Verständlichkeit, Vorlesbarkeit, Übersetzbarkeit, Eindeutigkeit und Rechtssicherheit. Wer diese inklusive Funktion von Sprache, gesichert durch das amtliche Regelwerk der deutschen Sprache, im Namen einer höheren Moral aufs Spiel setzt, der handelt in hohem Maß exkludierend.

          Es werden akustische und schriftliche Hürden errichtet, die es nicht nur Schülern, Migranten und allen Menschen mir geringer Bildung noch schwerer machen, sich zu verständigen. An diesem Punkt wird aus Moral Unmoral.

          Daniel Deckers
          (D.D.), Politik

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