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Gekaufte Protestideen : Eine Bewegung vom Reißbrett

Teilnehmer inklusive: Mitarbeiter der Werbeagentur Wigwam und der Diakonie bei einer Demonstration im Mai in Berlin Bild: Diakonie/Kathrin Harms

Nicht nur Konzerne, auch Aktivisten beschäftigen Werber – die Idee zu mancher Guerrillaaktion entsteht nicht am Küchentisch, sondern im Büro einer Agentur.

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          Auf dem Boden sah man nur eingefärbte Grashalme und Stroh. Die Fläche war so groß wie ein halbes Fußballfeld. Wenn man aber von oben schaute, aus einem Flugzeug im Anflug auf Zürich zum Beispiel, wurde ein gigantischer Pfeil sichtbar, der in die Himmelsrichtung des „ältesten Nuklearreaktors der Welt“ zeigte, des Kernkraftwerks Beznau in 22 Kilometern Entfernung. „Welcome to Switzerland“ stand darunter – und das Logo von Greenpeace. Zwei Wochen lang wurden Flugpassagiere im Jahr 2016 auf diese Weise in Zürich begrüßt.

          Justus Bender

          Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Es schien eine typische Greenpeace-Aktion zu sein: spektakulär und ein bisschen frech. Sie passte gut zu den übrigen Protesten der Umweltschützer, die schon mal ein Walfangschiff mit dem Schlauchboot abdrängen, an einem Fabrikschornstein ein Transparent entrollen oder sich an Eisenbahnschienen ketten, bevor der Castor rollt. Bloß: Die Idee stammte gar nicht von Greenpeace. Sie war von der Werbeagentur Spinas Civil Voices vorgeschlagen worden. Greenpeace hatte sich unter anderen Vorschlägen für diesen entschieden und dafür bezahlt. Es lag auch nicht in der Verantwortung von Greenpeace-Aktivisten, nachts auf einem fremden Feld die Grashalme anzusprühen. Mit der Umsetzung wurde eine Greenworks GmbH aus Aristau beauftragt, die kommerzielle Feldwerbung für große Firmen wie Fleurop, Allianz und Victorinox anbietet. Begleitet wurde die Aktion von Anzeigen in Zeitungen, sozialen Netzwerken, auf Internetseiten, Flugblättern und Bahnhofsmonitoren.

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