https://www.faz.net/-gpf-ab2t6
Jasper von Altenbockum (kum.)

Geimpfte und Priorisierung : Es geht noch schneller

Im Impfzentrum Messe Berlin. Bild: dpa

Die Ungeduld über die Impfung ist berechtigt. Warum über ein Ende der Priorisierung gesprochen wird, die Betriebsärzte aber bis Juni warten müssen, ist ein Grund mehr.

          1 Min.

          Bund und Länder versuchen, in der Corona-Politik, wieder Tritt zu fassen. Macht Deutschland aber nun den zweiten Schritt vor dem ersten? Dass Geimpfte ihre Rechte wieder wahrnehmen können, die ihnen vorübergehend vorenthalten wurden, versteht sich von selbst und sollte schon deshalb so konsequent wie möglich verfolgt werden, weil dadurch der Anreiz erhöht wird, sich impfen zu lassen. Dieser Anreiz wird demnächst noch dringend gebraucht werden.

          Noch viel dringender ist vorerst aber, Geimpfte überhaupt in relevanter Masse zu schaffen. Da machen viele der prioritär Berechtigten jetzt die Erfahrung, dass schon über ein Ende der Priorisierung im Mai geredet wird, sie aber noch immer nicht wissen, wann sie an der Reihe sind.

          Auch da empfiehlt sich der erste vor dem zweiten Schritt: Erst sollten die Priorisierten schneller zum Zuge kommen, dann die Impftermine freigegeben werden. Die Hausärzte haben dazu beigetragen, dass es schneller geht. Warum Betriebsärzte und Privatärzte noch immer warten müssen, liegt nicht, wie auch jetzt wieder beteuert wurde, an den Impfstoffkapazitäten, sondern an politischer, im Falle der Privatärzte vermutlich sogar an ideologischer Sturheit.

          Betriebliche Impfstraßen sind längst aufgebaut – die ersten Unternehmen vergeben sogar schon Termine, obwohl sie noch auf den Impfstoff dafür warten müssen. So knapp diese auch noch sein mögen, eine bessere Verteilung auf mehr Schultern würde zumindest zu einer bequemeren Terminvergabe führen, vom unbürokratischen Impfen selbst einmal ganz abgesehen. Aber Deutschland schaut weiter ungläubig auf ferne Galaxien, in denen im Supermarkt geimpft wird.

          Astra-Zeneca macht es sogar möglich, dass es in vielen Bundesländern schon keine Grenzen mehr gibt – bis auf den Flaschenhals der Lieferungen und der Warteschleife. Das ist ein weiteres Argument, die Impfungen auf breitere Basis zu stellen, auch wenn es vorerst Engpässe geben sollte. In einzelnen Städten wie in Passau ist sogar die Priorisierung schon komplett aufgehoben. Das liegt an regionalen Besonderheiten, aber auch daran, dass mit Phantasie und Beweglichkeit mehr zu erreichen ist als mit Bedenkenträgerei.

          Jasper von Altenbockum
          Verantwortlicher Redakteur für Innenpolitik.

          Weitere Themen

          Grünes Licht für die „Ampel“ Video-Seite öffnen

          Votum der Delegierten : Grünes Licht für die „Ampel“

          Der Länderrat der Grünen stimmt der Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit SPD und FDP zu. Der SPD-Vorstand hat den Weg für die Aufnahme der Verhandlungen bereits freigemacht.

          Topmeldungen

          Mit Turnschuhen in die Zukunft: JU-Vorsitzender Kuban (Mitte) mit den Generalsekretären Ziemiak (links) und Blume

          Zukunft der Unionsparteien : Schwache Hoffnung

          Selbst wenn sich die Geschichte von 1998/99 wiederholte: Die Krise der Union ist viel gravierender als nach dem Machtverlust an Rot-Grün – und das nicht erst seit gestern.
          Klare Sache: Serge Gnabry (links), Leon Goretzka und der FC Bayern lassen aufhorchen.

          5:1 in Leverkusen : FC Bayern sorgt für Bayer-Debakel

          Fünf Tore in einer Halbzeit: Bayer Leverkusen geht gegen den FC Bayern unter. Die Münchner übernehmen damit wieder die Tabellenführung – und ärgern sich am Ende dennoch über ein Gegentor.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.