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Gegendemonstrationen : Tausende bieten Neonazis die Stirn

  • Aktualisiert am

München: Rechts der rechte Haufen Bild: ddp

Gegen Aufmärsche von Neonazis anlässlich des 20. Todestages des Kriegsverbrechers und Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß haben mehrere tausend Menschen in zahlreichen deutschen Städten demonstriert.

          Mehrere tausend Menschen haben am Samstag gegen Aufmärsche von Neonazis demonstriert. Die Rechtsradikalen hatten anlässlich des 20. Todestages des Kriegsverbrechers und Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß in mehreren Städten Kundgebungen angemeldet. Die Veranstaltungen verliefen zumeist friedlich.

          Rund tausend Demonstranten protestierten im oberfränkischen Gräfenberg gegen eine Kundgebung der rechtsextremen NPD. Am Hauptbahnhof versammelten sich nach Polizeiangaben etwa 250 Neonazis. Drei Personen aus der rechten sowie zwei aus der linken Szene wurden vorübergehend in Gewahrsam genommen. Am späteren Nachmittag wollten die Neonazis ihren Aufmarsch beginnen. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hatte am Vortag in letzter Instanz in einem Eilverfahren das vom Landratsamt Forchheim erlassene Verbot der Kundgebung für ungültig erklärt.

          Vereinzelte Ausschreitungen

          In Jena gingen ebenfalls knapp tausend Menschen gegen einen NPD-Aufmarsch auf die Straße. Am Rande kam es laut Polizei zu vereinzelten Ausschreitungen. So seien nach Steinewürfen auf Rechtsextremisten und nach Widerstand gegen Platzverweise 30 Personen des linken Spektrums festgenommen worden. Zwei Neonazis wurden wegen des Zeigens von NS-Symbolen ebenfalls vorläufig festgenommen. Die Polizei zählte rund 300 Teilnehmer an der NPD-Kundgebung. Verletzt wurde niemand.

          In Sachsen-Anhalt kam es in der Nacht zu Samstag zu mehreren spontanen Aktionen der rechten Szene, die laut Polizei allesamt umgehend beendet worden. Begleitet von einem großen Polizeiaufgebot marschierten in Friedrichshafen am Bodensee etwa 200 Rechtsradikale durch die Stadt. Gegen den Aufmarsch protestierten etwa 250 Anhänger des linken Spektrums.

          „Friedenszug“ in Wunsiedel

          Im oberfränkischen Wunsiedel demonstrierten mehrere hundert Menschen gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit. Der „Tag der Demokratie“ begann mit einem ökumenischen Friedensgottesdienst.

          Ein „Friedenszug“ mit CSU-Vize Horst Seehofer und Bayerns SPD-Chef Ludwig Stiegler an der Spitze bewegte sich durch die Stadt. In Wunsiedel ist Heß begraben. 2002 bis 2004 fanden dort sogenannte Gedenkmärsche von Rechtsextremisten aus ganz Europa statt. Wie schon in den vergangenen beiden Jahren wurde auch in diesem Jahr eine geplante Neonazi-Kundgebung gerichtlich verboten.

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