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Gedenken : Neonazi-Marsch durch Dresden verhindert

  • Aktualisiert am

Menschenkette gegen Neonazi-Aufmarsch Bild: AFP

10.000 Menschen haben der Zerstörung Dresdens am 13. Februar gedacht. Mit einer Menschenkette wurde ein Aufmarsch von Neonazis verhindert. Drei Polizisten wurden bei Angriffen von Vermummten verletzt.

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          In Dresden ist am Mittwochabend ein Neonazi-Aufmarsch
          durch die Stadt verhindert worden. Rund 4.000 Gegendemonstranten hatten am Jahrestag der Zerstörung Dredens Straßen und Plätze entlang der vermuteten Route der Neonazis blockiert. Die Rechtsextremisten kamen nicht zum Aufmarschort zusammen.

          Bei einem Angriff von Vermummten wurden zwei Polizisten schwer verletzt. Ein dritter Beamter musste im Krankenhaus behandelt werden, nachdem er am Hauptbahnhof mit einem Laserpointer attackiert worden war. Über den politischen Hintergrund der Angreifer war zunächst nichts bekannt.

          Polizisten führen am Mittwochabend einen Neonazi ab.
          Polizisten führen am Mittwochabend einen Neonazi ab. : Bild: dpa

          Am Hauptbahnhof waren etwa 500 Rechtsextreme eingekesselt. Sie
          wurden von Gegendemonstranten mit Schneebällen beworfen und schossen mit Pyrotechnik zurück. Rund 200 weitere Nazis traten einen Fußmarsch vom S-Bahnhof Strehlen in Richtung Zoo an und wurden ebenfalls gestoppt.

          Bei einer kurzfristig angemeldeten Kundgebung der Neonazis kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Rund 3500 Polizisten aus ganz Deutschland sollten Zusammenstöße verhindern.  Es gab mehrere Festnahmen. Außerdem mussten die Rechten zurück zum Bahnhof geleitet werden.

          Neonazi-Aufmarsch verhindert: 10.000 Personen bildeten eine Menschenkette durch die Innenstadt
          Neonazi-Aufmarsch verhindert: 10.000 Personen bildeten eine Menschenkette durch die Innenstadt : Bild: dpa

          Am Mittwochnachmittag hatten mehr als 10.000 Menschen bei einer 3,6 Kilometer langen Menschenkette ein Signal gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit gesetzt. Nach den Worten von Oberbürgermeisterin Helma Orosz bleibt der 13. Februar als Tag der Zerstörung Dresdens tief in das Gedächtnis der Stadt eingebrannt. Sie stellte aber auch klar, dass Deutschland die Schuld am Zweiten Weltkrieg trage. Politiker bewerteten die Demonstrationen gegen die Neonazis als vollen Erfolg. Es sei offenkundig, dass die Lage für die Rechten angesichts der starken Gegenwehr in Dresden immer aussichtsloser werde, hieß es.

          Tatsächlich sind die Teilnehmerzahlen bei den Neonazi-Aufmärschen stark rückläufig. Noch vor ein paar Jahren kamen gut 6000 Rechtsextreme nach Dresden, um das Gedenken für ihre Zwecke zu auszunutzen. Am Mittwoch waren es nur noch ein paar Hundert. Seit 2010 wurden die Aufmärsche durch Blockaden verhindert oder wie im Vorjahr nur auf einer sehr reduzierten Strecke zuglassen.

          Dresden war am 13. Februar 1945 und den folgenden Tagen bei Angriffen britischer und amerikanischer Bomber schwer zerstört worden, etwa 25.000 Menschen starben. Gegen 21.45 Uhr läuteten auch am Mittwoch wieder alle Kirchenglocken der Stadt - zu diesem Zeitpunkt waren damals die ersten Bomben gefallen.

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