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Gedenken an Lübcke : Pfarrer ruft AfD-Mitglieder zur Umkehr auf

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Hessen, Wolfhagen: Teilnehmer einer Mahnwache gedenken am 22. Juni des ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke. Bild: dpa

Das Gedenken an den ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke hat ein evangelischer Geistlicher für einen ungewöhnlichen Appell genutzt.

          Mehrere Organisationen haben am Samstag in Gießen eine Mahnwache zum Gedenken an den ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) abgehalten. Für das Evangelische Dekanat hielt der Stadtkirchenpfarrer Klaus Weißgerber eine Ansprache. Lübcke habe sein Leben verloren, „weil erbitterte Fremdenhasser mit seinen behördlichen Entscheidungen und Aussagen nicht einverstanden waren“, sagte Weißgerber laut vorab verbreitetem Redemanuskript.

          „Da konnte es jemand nicht ertragen, dass ein deutscher Regierungspräsident sich für die Aufnahme und Unterbringung von Geflüchteten einsetzte“, erklärte der Pfarrer bei der Veranstaltung auf dem Kirchenplatz. Lübcke sei evangelischer Christ gewesen; als „inneres Geländer“ hätten ihm christliche Werte wie Nächstenliebe und Wahrhaftigkeit gedient.

          „Wenn der Verfassungsschutz nun ganz aktuell einen neuen Höchststand an Rechtsextremisten vermeldet und die Hälfte von ihnen als gewaltbereit einstuft, dann kann uns das nur beunruhigen.“ Weißgerber richtete sich auch an die Mitglieder und Sympathisanten der AfD: Wenn ein AfD-Abgeordneter im Bayerischen Landtag während der Gedenkminute für Lübcke einfach sitzen bleibe, so sei das „ein Angriff auf die Grundlagen unseres Zusammenlebens“.

          „Wenn das nicht eure Denke ist, dann distanziert euch deutlich von solchen Handlungen! Wendet euch ab von dieser Partei - sonst seid ihr weiter Teil des Nährbodens, auf dem die Saat des Hasses und der Gewalt gedeiht“, sagte Weißgerber.

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