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Attacke auf Zugreisende : Polizei-Gewerkschaft verteidigt Todesschüsse

  • Aktualisiert am

Einsatzkräfte der Polizei auf der Suche nach Spuren des Zug-Attentäters auf dem Tatgelände nahe Würzburg. Bild: dpa

Die Gewerkschaft der Polizei hat die tödlichen Schüsse ihrer Beamten auf den Zug-Angreifer in Würzburg verteidigt. Grünen-Politikerin Künast hatte das Vorgehen in einem Tweet scharf kritisiert.

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          Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat die tödlichen Schüsse von Beamten auf den Zug-Angreifer von Würzburg verteidigt. Zuvor hatte Grünen-Politikerin Renate Künast die Vorgehensweise der Polizei in einem Tweet nach der Tat kritisiert.

          Wenn ein Täter - so wie es in der Nacht offenbar der Fall war - mit Axt und Messer bewaffnet Polizisten angreife, dann bleibe nur der Schusswaffengebrauch, sagte Peter Schall, der bayerische GdP-Vorsitzende, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in München. Die Erstinformation sei gewesen, dass der 17-Jährige zuvor 15 Menschen in dem Zug teils lebensgefährlich verletzt habe. „Wenn ein Beamter in der Situation nicht schießen darf, dann kann er die Waffe gleich abgeben“, verteidigte Schall das Vorgehen. Grünen-Politikerin Renate Künast stellte zuvor die tödlichen Schüsse auf den Attentäter in Frage.

          „Es ist immer bedauerlich, wenn ein Mensch zu Tode kommt“, betonte Schall. Für jeden Beamten sei das eine enorme Belastung. „Das macht keiner leichtfertig.“ Nun werde von der Staatsanwaltschaft geprüft, ob der Einsatz und der Schusswaffengebrauch rechtens gewesen seien.

          Schall sagte, nach derzeitigen Informationen der Polizei sei der Einsatz in Ordnung gewesen. Der Einsatz von Pfefferspray scheide bei einer derartigen Gefährdung der Beamten meist aus, weil es oft nicht direkt wirke oder Täter in Extremsituationen gar nicht darauf reagierten. Und auch für einen Warnschuss brauche ein Polizeibeamter genügend Zeit. „Wenn es darum geht, Menschenleben zu retten oder einen gefährlichen Angriff abzuwehren, dann bleibt eben nur die Schusswaffe.“

          Bei einem Verteidigungsschuss habe man oft auch nicht lange Zeit, den Angreifer so ins Visier zu nehmen, ohne dem Angreifer dabei tödliche Verletzungen zuzufügen. „Wenn das vermeidbar gewesen wäre, hätten es die Beamten sicher getan“, bekräftigte Scholl.

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