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Streit um den 8. Mai : Befreiung oder „Tag der absoluten Niederlage“?

Ein Denkmal mit der Inschrift „Den Opfern 1939 1945“ in Kienitz im Oderbruch Bild: ZB

Das Auschwitz-Komitee Deutschland würde den Tag der Kapitulation der Wehrmacht gerne zum Feiertag machen. Alexander Gauland ist dagegen. In Berlin vergewaltigte Frauen sähen das anders als damalige KZ-Insassen, sagt er.

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          Soll der 8. Mai, der Tag des Kriegsendes 1945, als Tag der Befreiung ein bundesweiter Feiertag werden? Darüber ist eine Debatte zum 75. Jahrestag der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht entflammt. Einen offenen Brief an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit der Aufforderung, den Tag zum gesetzlichen Feiertag zu machen, hatte die Holocaust-Überlebende Esther Bejarano, Vorsitzende des Auschwitz-Komitees Deutschland, schon im Januar geschrieben. Dass er Feiertag werde sei „überfällig seit sieben Jahrzehnten“, schrieb sie. „Und es hilft vielleicht, endlich zu begreifen, dass der 8. Mai 1945 der Tag der Befreiung war, der Niederschlagung des NS-Regimes.“

          Markus Wehner
          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Eine vor einigen Wochen begonnene entsprechende Petition, die auch von der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschisten“ (VVN-BdA) unterstützt wird, haben mehr als 80.000 Menschen unterschrieben. Politiker vor allem der Grünen und der Linken unterstützen diesen Vorschlag, so etwa die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt oder die Linken-Vorsitzende Katja Kipping. Doch der AfD-Fraktionsvorsitzende Alexander Gauland hat sich nun dagegen ausgesprochen. „Man kann den 8. Mai nicht zum Glückstag für Deutschland machen“, sagte Gauland dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Für die KZ-Insassen sei er ein Tag der Befreiung gewesen. „Aber es war auch ein Tag der absoluten Niederlage, ein Tag des Verlustes von großen Teilen Deutschlands und des Verlustes von Gestaltungsmöglichkeit“, so Gauland. Zwar gebe es Positives am 8. Mai, „aber die in Berlin vergewaltigten Frauen werden das ganz anders sehen als der KZ-Insasse“.

          Göring-Eckart von den Grünen hingegen sagte, der 8. Mai als Feiertag wäre „ein bleibender ,Pflock‘ in der deutschen Erinnerungskultur“. Ähnlich argumentiert Linken-Chefin Kipping: „Um eine Verbindung mit diesem Datum in kommenden Generationen zu erhalten, sollte der Tag der Befreiung jedoch als ein besonderer Tag im Bewusstsein verankert werden“, sagte sie dem RND.

          In Berlin wird der 8. Mai in diesem Jahr einmalig ein Feiertag sein. In der Berliner rot-rot-grünen Koalition hatte sich vor allem Die Linke dafür eingesetzt, den 8. Mai zu einem dauerhaften Berliner Feiertag zu machen, als ein weiterer Berliner Feiertag beschlossen werden sollte. Doch die Koalition entschied sich dann für den 8. März, den internationalen Frauentag. Als Kompromiss wurde beschlossen, den 75. Jahrestag des Kriegsendes als „Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus“ zum einmaligen Feiertag in Berlin zu machen.

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