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Altbundespräsident : Gauck: Migranten müssen Deutschland und seine Werte akzeptieren

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Altbundespräsident Joachim Gauck (hier Mitte März in Freiburg) stellt eine klare Forderung an Migranten in Deutschland: Sie müssen unsere Werte akzeptieren. Bild: dpa

In der Debatte über Migranten in Deutschland hat Altbundespräsident Gauck klar Stellung bezogen: Er warnt vor „falscher Rücksichtnahme, weil man fürchtet, als Fremdenfeind zu gelten“.

          Altbundespräsident Joachim Gauck hat Migranten in Deutschland zur Akzeptanz Deutschlands und seiner Werte aufgefordert. „Ich finde es nicht hinnehmbar, wenn Menschen, die seit Jahrzehnten in Deutschland leben, sich nicht auf Deutsch unterhalten können, keine Elternabende ihrer Kinder besuchen oder diese sogar vom Unterricht oder vom Sport fernhalten“, sagte Gauck einer Sonderausgabe der „Bild“-Zeitung vom Donnerstag.

          „Wir erwarten von denen, die zu uns kommen, dass sie bereit sind, das Land, wie es gewachsen ist und seine Werte zu akzeptieren“, sagte Gauck. Da dürfe es „keine falsche Rücksichtnahme geben, weil man fürchtet, als Fremdenfeind zu gelten“. Es müsse „so etwas wie verbindliche Regeln für das Zusammenleben geben und nicht mehrere Gesellschaften nebeneinander“.

          Gauck begrüßte zudem die Wiederentdeckung des Begriffs „Heimat“ in die öffentliche Diskussion: „Es war und ist überfällig, den Begriff vom früheren politischen Missbrauch zu befreien“, sagte Gauck mit Blick auf die Nationalsozialisten und die DDR-Führung. „Deutschland brauchte also durchaus eine Erholung von diesen missbrauchten Begriffen. Die ist inzwischen gut und weit gediehen.“

          Auslöser für die Heimat-Diskussion ist nach Gaucks Ansicht insbesondere die Flüchtlingsdebatte: „Dass wir uns jetzt besonders mit dem Begriff ’Heimat’ beschäftigen, hängt in der Tat mit der Flüchtlingskrise zusammen.“ Durch die Zuwanderung entstehe bei manchen Menschen das Gefühl, in Deutschland nicht mehr zu Hause zu sein. Er warnte aber zugleich davor, den Begriff „Heimat“ zu „verkitschen“.

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