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Juristenausbildung : Neu über Recht und Unrecht nachdenken

  • -Aktualisiert am

Roland Freisler (Mitte) im Gerichtssaal mit Hitlergruss Bild: Picture-Alliance

Die Auseinandersetzung mit dem NS-System muss zur Pflicht in der Juristenausbildung werden. Ein Gastbeitrag.

          3 Min.

          Welchen Stellenwert soll die Auseinandersetzung mit dem NS-Unrecht in der juristischen Ausbildung haben? 75 Jahre nach dem Ende der NS-Diktatur gibt das Deutsche Richterge-setz darauf keine klare Antwort. Sehr allgemein spricht das Gesetz davon, die „philosophischen, geschichtlichen und gesellschaftlichen Grundlagen des Rechts“ gehörten zu den Pflichtfächern des juristischen Studiums. In dem Land, in dem im 20. Jahrhundert so viele „furchtbare Juristen“ gewirkt haben, ist diese Vorgabe unzureichend. Bereits seit langem setzte ich mich dafür ein, dass die Auseinandersetzung mit dem NS-Unrecht obligatorischer Teil der juristischen Ausbildung wird. Jetzt ist der politische Weg dafür endlich frei. Schon in den nächsten Wochen wird die Bundesregierung dem Deutschen Bundestag einen Vorschlag zur Anpassung des Deutschen Richtergesetzes vorlegen.

          Künftig soll das Gesetz bestimmen, dass „die Vermittlung der Pflichtfächer“ des juristischen Studiums „auch in Auseinandersetzung mit dem NS-Unrecht“ erfolgt. Dies geschieht nicht nur aufgrund der besonderen geschichtlichen Verantwortung Deutschlands, sondern gerade auch mit Blick auf die Ziele der juristischen Ausbildung.

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