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Cyberangriffe : Eine Denkpause für die Digitalisierung

  • -Aktualisiert am

Binärcode auf einem Laptop: Wie viel Digitalisierung muten wir uns und unserer Sicherheit zu? Bild: dpa

Nach dem Cyberangriff auf die Gießener Universität geht es nicht nur um die Überprüfung von Sicherheitstechnologien. Wir müssen offen die Frage diskutieren, wie viel und welche Form von Digitalisierung wir wirklich brauchen – und welche Risiken damit verbunden sind. Ein Gastbeitrag.

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          Am 8. Dezember 2019, einem Sonntag, fuhr die Universität Gießen sämtliche IT-Systeme herunter und war fortan offline. Ein Mitarbeiter des Rechenzentrums hatte intuitiv auf ungewöhnliche Fehlermeldungen reagiert und auf einen möglichen Cyberangriff geschlossen. Die schnelle Reaktion darauf verhinderte massive Schäden in Form von großen Datenverlusten. Gleichwohl ging zunächst in der Universität nichts mehr, was digitalisiert war – keine Mails, kein W-Lan, keine Noteneinträge, keine digitale Literatur, kein Zugriff auf Forschungsdaten, keine digitalen Neubewerbungen für Studienplätze, keine digitalisierten Verwaltungsabläufe. Tausende von windowsbasierten Dienstrechnern (solche mit MacOS waren nicht betroffen) mussten bis zu einer Überprüfung jedes einzelnen Gerätes ausgeschaltet bleiben. Das Mailsystem konnte immerhin schon nach zwei Wochen neu aufgesetzt werden, nachdem rund 38.000 neue Passwörter zur Verfügung gestellt worden waren, die persönlich abzuholen waren. Weitere Dienste folgten nach und nach im Verlauf von mehreren Wochen.

          Manche Kommentatoren in sozialen Netzwerken meinten nun, über Sicherheitslücken im örtlichen IT-System spekulieren zu müssen. Gewiss wird man auch nach solchen suchen, aber die Frage danach verharmlost das tiefer liegende Problem. Ohne Zweifel haben Universitätsleitung und Rechenzentrum in Gießen schnell, richtig und konsequent reagiert.

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