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„Symbol der Weimarer Republik“ : Was wir von Paul Löbe lernen können

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Frei gewählt: Alterspräsident Paul Löbe (M), spricht während der konstituierenden Sitzung des Deutschen Bundestages am 7. September 1949 in der einstigen Turnhalle der Pädagogischen Akademie, die zuvor zum Plenarsaal umgebaut worden war. Bild: dpa

Vor 100 Jahren wurde Paul Löbe als erster Sozialdemokrat zum Präsidenten eines deutschen Parlaments gewählt. Sein Beispiel zeigt: Die Verfassung muss von einer wehrhaften Demokratie geschützt werden. Ein Gastbeitrag.

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          Am 23. März 1933 saßen die Abgeordneten in der Berliner Kroll-Oper, unter ihnen der Sozialdemokrat Paul Löbe. Der Reichstag war nach dem Brand unbenutzbar. Auf der Tagesordnung stand Hitlers Ermächtigungsgesetz. Auf dem Weg zur Parlamentssitzung wurden die Volksvertreter von SA-Männern bedroht und angepöbelt. Laut einem Zeitzeugen war Paul Löbe zuvor in der Fraktionssitzung entschieden dafür eingetreten, dass die SPD dennoch an der Sitzung teilnahm. Am Ende stimmten nur die Sozialdemokraten gegen das Ermächtigungsgesetz. Das Ende der Weimarer Demokratie war besiegelt. Fast 13 Jahre zuvor, heute vor genau 100 Jahren, war Paul Löbe zum Präsidenten des ersten Reichstags unter der neuen Verfassung gewählt worden. Er übte dieses Amt mit nur einer kurzen Unterbrechung bis 1932 aus und ist deshalb von Willy Brandt als „Symbol der Weimarer Republik“ bezeichnet worden.

          All dies war ihm nicht in die Wiege gelegt. Der 1875 im niederschlesischen Liegnitz in einen Arbeiterhaushalt geborene Löbe war gelernter Buchdrucker. Gleichzeitig schrieb er erste Artikel für die Breslauer „Volkswacht“, eine entschiedene Kritikerin der damals undemokratischen Verhältnisse. Von 1903 bis 1919 war er deren Chefredakteur. Wegen Kritik am Drei-Klassen-Wahlrecht kassierte er Gefängnisstrafen. Politisch führte ihn sein Weg von der Stadtverordnetenversammlung über den schlesischen Landtag bis nach Berlin.

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