https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/gaskrise-warnung-vor-gewalt-bei-querdenker-protesten-18180446.html

„Querdenker“-Bewegung : Verfassungsschützer: Gaskrise könnte zu gewalttätigen Protesten führen

  • Aktualisiert am

Vergangenen Dezember stoßen bei einer Demonstration gegen Corona-Maßnahmen in Bautzen Demonstranten und Polizisten gewaltsam zusammen. Bild: Bernd März/B&S/dpa

Sollte Gasmangel zu einem Wirtschaftseinbruch führen, hält Thüringens Verfassungsschutz eine weitere Radikalisierung der „Querdenker“ für möglich. Die Anti-Corona-Proteste könnten dagegen ein „Kindergeburtstag“ sein.

          1 Min.

          Der Präsident des Thüringer Verfassungsschutzes, Stephan Kramer, hat vor möglichen Auswirkungen der derzeitigen Krisen auf die innere Sicherheit in Deutschland gewarnt. Dem „Handelsblatt“ sagte Kramer, es sei „realistisch“, dass die Demonstrationen der Querdenker in den von der Corona-Krise geprägten Jahren 2020 und 2021 „ein Kindergeburtstag waren im Vergleich zum kommenden Herbst und Winter“.

          Kramer ergänzte, es sei „weder seriös noch hilfreich, Schreckensszenarien im 24-Stundentakt herbeizureden“. Es sei jedoch Aufgabe der Sicherheitsbehörden, „auch die Öffentlichkeit angemessen über ihre Einschätzungen zu informieren“ und „auch Worst-Case-Szenarien nicht zu verheimlichen, selbst wenn diese die Bevölkerung beunruhigen könnten“.

          Stellenverluste könnten Ausschlag geben

          Bedrohlich für die Sicherheitslage könnten laut Kramer insbesondere die Folgen eines Gasnotstands werden, bei dem auch die Industrieproduktion zusammenbrechen könne und dadurch die Arbeitslosigkeit dramatisch ansteige.

          Der AfD warf Kramer vor, „ganz vorne mit dabei“ zu sein, „die Verunsicherung und Angst in unserer Bevölkerung weiter zu befeuern und für sich in Stimmen und Stimmung umzumünzen“. Demnach sinke etwa „die anfängliche Solidarität mit den Ukraine-Flüchtlingen bereits in ganzen Landstrichen fühlbar“.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Wankt die islamische Republik? Eine Frau im traditionellen Tschador vor einem Wandbild in Teheran

          Proteste in Iran : Nach dem Straßenkampf die Streiks

          Die Ankündigung, die Sittenpolizei aufzulösen, ist wirkungslos verpufft. Es mehren sich die Zeichen, dass die Proteste einen Keil zwischen Mullahs und Revolutionswächter treiben könnten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.