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Scheich Al Thani in Berlin : Wann kommt Gas aus Qatar?

  • -Aktualisiert am

Partner der Zukunft? Der Emir beim Bundespräsidenten Bild: Jens Gyarmaty

Mit der Hilfe von Qatar will Deutschland weniger abhängig von russischem Gas werden. Der Emir des Landes macht bei seinem Besuch in Berlin allerdings unterschiedliche Angaben, wann es mit den Lieferungen losgehen kann.

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          Qatar will möglichst bald Gas nach Deutschland liefern. Allerdings wurden bei einem Besuch des Emirs von Qatar, Scheich Tamim Al Thani, am Freitag in Berlin unterschiedliche Zeitangaben gemacht. Bei einem gemeinsamen Auftritt mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) verwies der Emir auf einen Ausbau der Gasproduktion, die zu Lieferungen in den Jahren 2026/27 führen könnten. Zuvor hatte er dem „Handelsblatt“ gesagt: „Die Erweiterung der Förderung in unserem Gasfeld North Dome wird erst 2026 abgeschlossen sein, vielleicht sogar schon 2025.“ Allerdings stellte er auch eine frühere Lieferung nach Deutschland in Aussicht. „Wir wollen unsere US-Flüssiggasanlage Golden Pass in Texas, an der Qatar Energy 70 Prozent hält, bereits 2024 so weit haben, dass wir nach Deutschland liefern können.“

          Eckart Lohse
          Leiter der Parlamentsredaktion in Berlin.

          Qatar soll für Deutschland nach Angaben von Scholz eine zentrale Rolle für die Versorgung mit Flüssiggas (LNG) spielen. Man wolle die Beziehungen auch im Bereich der Hochtechnologie ausbauen, sagte Scholz nach dem Treffen mit dem Emir. Dieser traf auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Scholz verwies auf den Ausbau der LNG-Infrastruktur in Deutschland. Der Bundeskanzler bezeichnete die Beziehungen zu dem Golfstaat als „sehr gut“, sie entwickelten sich weiter. Wegen des russischen Krieges gegen die Ukraine versucht Deutschland, seine Abhängigkeit von russischem Gas unter anderem dadurch zu verringern, dass es qatarisches Gas kauft.

          Der Emir sagte, er freue sich auf die Ausrichtung der Fußball-Weltmeisterschaft Ende des Jahres in Qatar. In seinem Land gebe es eine große Begeisterung für Sport. Von deutscher Seite seien bereits 600 000 Karten bestellt worden. In der Pressekonferenz mit Scholz wurde er darauf angesprochen, ob auch homosexuelle Gäste in Qatar willkommen seien. Al Thani sagte, jedermann sei willkommen, niemand werde gehindert, die Fußballspiele anzusehen. Man wolle jedoch, dass die Kultur Qatars respektiert werde.

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