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Ganztagsschule : Es geht nicht um Geld, sondern um Kinder

  • -Aktualisiert am

Franziska Giffey in der Ganztagsbetreuung einer Bremer Kita Bild: dpa

Es ist für den Staat tröstlich, dass sich Ganztagsbetreuung „rechnet“. Doch dabei geht es vor allem um mehr Betreuungsplätze, nicht um mehr Qualität - eine verpasste Chance.

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          Es war ein logischer Schritt, den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung im Kindergarten in der Grundschule fortzusetzen. Auch wenn das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung versichert, dass sich der Ausbau über höhere Steuereinnahmen und weniger Sozialtransfers im günstigsten Fall zum großen Teil selbst finanzieren könnte, setzt sich dabei das unbefriedigende Verfahren der Kindergartenbetreuung aber fort.

          Denn es geht in erster Linie um mehr Betreuungsplätze, nicht aber um mehr Qualität. Das war schon beim Gute-Kita-Gesetz so. Qualitätsverbesserungen konnte das Bundesfamilienministerium mit den Ländern nicht vereinbaren.

          Damit wird eine große Chance verpasst, Kindern mit Defiziten die Möglichkeit zum Aufholen zu geben. Wenn Ganztagsbetreuung Kinder wirklich weiterbringen soll, kann die Betreuung sich nicht in der Beaufsichtigung durch nicht-pädagogisches Personal (Yogalehrer, Sozialarbeiter, Mütter) erschöpfen, sondern muss von qualifiziertem Personal wahrgenommen werden.

          Die gebundene Ganztagsschule mit einem festen Lernprogramm auch am Nachmittag, mit Ruhe- und Stillarbeitsphasen wäre für Kinder ideal, die zuhause nicht einmal ein eigenes Zimmer haben. Nur so könnte eine Qualitätsverbesserung erreicht werden. Und die fiskalischen Vorteile der gesteigerten mütterlichen Erwerbsarbeit werden auch nur dann wirksam, wenn die Betreuungsplätze sehr rasch ausgebaut werden. Davon sind manche Kommunen noch sehr weit entfernt.

          Heike Schmoll
          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

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