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G-20-Krawalle in Hamburg : Dreieinhalb Jahre Haft für Flaschenwurf auf Polizisten

  • Aktualisiert am

Ein Demonstrant wirft am 9. Juli 2017 in Hamburg im Schanzenviertel einen Flasche gegen einen Wasserwerfer. Bild: dpa

In Hamburg ist im Zusammenhang mit den Ausschreitungen während des G-20-Gipfels die bisher höchste Strafe verhängt worden. Der Angeklagte habe in der Absicht gehandelt, Polizisten zu verletzten, lautet die Begründung.

          Rund sechs Monate nach den schweren Ausschreitungen beim G-20-Gipfel in Hamburg ist ein 28-jähriger Randalierer zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Die am Dienstag vom Amtsgericht der Hansestadt verhängte Strafe ist die bislang höchste in einem Prozess wegen der Krawalle von Anfang Juli. Die bislang höchste Strafe betrug drei Jahre und drei Monate.

          Nach Angaben eines Sprechers sah es das Gericht als erwiesen an, dass der in Hamburg lebende Deutsche in der Nacht vom 6. auf den 7. Juli den Boden einer Bierflasche abschlug, um das scharfkantige Geschoss während Ausschreitungen auf Polizisten zu werfen. Ein Beamter wurde davon an der Hand verletzt.

          Nach Gerichtsangaben war es das 27. Urteil in einem Verfahren wegen der G-20-Ausschreitungen. Die meisten Strafen sind noch nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft eröffnete bereits hunderte Strafverfahren gegen bekannte oder unbekannte Täter.

          Eine Sonderkommission der Polizei ermittelt auch weiterhin.

          Während des G-20-Gipfels hatte es in der Hamburg tagelang schwere Krawalle gegeben. Trotz des Einsatzes von mehr als 20.000 Polizisten zündeten Randalierer zahlreiche Autos an und plünderten Geschäfte. Hunderte Polizisten wurden verletzt.

          Die Höhe der Strafe wegen gefährlicher Körperverletzung und anderer Delikte begründete das Gericht laut Sprecher unter anderem damit, dass der Angeklagte offensichtlich bewusst in der Absicht gehandelt habe, Polizisten zu verletzten. Das sei bei der Strafzumessung „besonders schwerwiegend“ gewertet worden.

          Eine Rolle spielte laut Gericht aber auch, dass der Mann wegen zahlreicher – teilweise auch einschlägiger Taten – vorbestraft war. Er hatte bereits mehrfach Haftstrafen verbüßt und befand sich während der angeklagten Tat zudem in einer laufenden Bewährung.

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