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Fundis und Realos : Die AfD und ihre Latzhosenphase

  • -Aktualisiert am

Warum tritt die AfD oft so radikal auf? Das hat wie bei den Grünen damit zu tun, dass die Partei noch jung ist, argumentieren Funktionäre. Warum das nicht stimmt, zeigt die Wiederwahl von Björn Höcke.

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          Ausgerechnet der Vergleich mit den Grünen ist bei AfD-Funktionären beliebt. Parteien in ihrer Gründungsphase seien nun mal ungehobelt und radikal, sagen sie. Für die Grünen stimmte das. Sie waren eine Anti-Parteien-Partei und sahen sich 1980 als Gegenentwurf zu den herkömmlichen politischen Formationen. Heute gehören viele selbst dem Establishment an - aus „Fundis“ wurden „Realos“.

          Die AfD hat seit ihrer Gründung keine solche Tendenz erkennen lassen, im Gegenteil. Dass der thüringische Landesvorsitzende Björn Höcke, ein wahrer „Fundi“, vor zwei Jahren mit nur 60 Prozent, an diesem Wochenende aber mit 93 Prozent der Stimmen zum Landesvorsitzenden gewählt wurde, ist einer von vielen Belegen dafür. Die AfD richtet sich in der Fundamentalopposition ein und wird dafür belohnt. Das ist der Unterschied zu den Grünen.

          Die blieben in ihrer Latzhosenphase klein, zweistellige Ergebnisse kamen erst mit den sinnbildlichen Krawatten. Die AfD ist heute schon groß, und ihre Funktionäre sehen keine Notwendigkeit, sich zu mäßigen - so lange jedenfalls, wie der Zuspruch anhält.

          Justus Bender
          Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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