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Wann öffnen Schulen und Kitas? : Viele Vorschläge, aber wenige Konzepte

Mutmacher-Spruch für die Schüler der 4b Bild: Stefan Finger

Viele Eltern sind wegen der häuslichen Betreuung ihrer Kinder zunehmend gestresst. Die Bundesländer ringen mit der Frage, wie die Öffnung von Schulen und Kitas organisiert werden kann. Denn auch viele Lehrer gehören zur Risikogruppe.

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          Selten mussten Kultusministerien und Schulen unter solchem Druck einen Unterrichtsbetrieb organisieren, der doch kein üblicher Unterricht sein kann. Wenn am 4. Mai einige Schulen in den Ländern wieder schrittweise öffnen, werden zunächst Abschlussklassen in verkleinerten Lerngruppen und mit einer deutlich reduzierten Stundentafel in die Schulen kommen. Abiturprüfungen, Abschlussprüfungen für die mittlere Reife und den Hauptschulabschluss sowie den beruflichen Schulabschluss können schon von der kommenden Woche an stattfinden, auch Vorbereitungen darauf.

          Heike Schmoll
          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Die meisten Länder nutzen die Chance dazu. Denn es gibt viel vorzubereiten. Flächenländer zerbrechen sich schon jetzt den Kopf über den Schülernahverkehr. Wie oft und in welcher Zahl sollen Schüler transportiert werden? Wie gelingt eine Pausenorganisation, ohne den Infektionsschutz zu gefährden? Wie verhindern Schulen, dass Schulwege zu Infektionsquellen werden?

          Ein abstimmungsreifes Papier bis zum 27. April

          Für die Einhaltung der Abstandsregeln und des Infektionsschutzes müssen Kultusminister bis zum 29. April ein Hygienekonzept vorlegen. Eine Gruppe von Staatssekretären soll bis zum 27. April ein abstimmungsreifes Papier erarbeiten, bisher liegt ein solches nur für Rheinland-Pfalz vor. In manchen Schulen gibt es nicht einmal warmes Wasser, von Seife oder Desinfektionsmittel ganz zu schweigen.

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          Viel schwerer noch ist das Problem der Lehrerversorgung zu lösen. Etwa ein Drittel wird für die Unterrichtsversorgung nicht in Frage kommen, weil sie zu Risikogruppen gehören oder mit einem Partner zusammenleben, der zur Risikogruppe gehört. Auch unter den Schülern gibt es Gefährdete, die Vorerkrankungen wie Asthma haben oder deren Eltern zur Risikogruppe gehören und schon jetzt Angst davor haben, einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt zu sein. Es muss also klare Regeln geben, wer unter Lehrern und Schülern zur Risikogruppe gehört und deshalb nicht am Präsenzunterricht teilnehmen kann.

          Lehrerverbände und Gewerkschaften dringen auf klare Bestimmungen und plädieren auch für eine Pflicht zum Tragen von Mundschutzmasken in der Schule. Ungeklärt ist, wie mit versetzungsgefährdeten Schülern und Leistungsnachweisen umzugehen ist. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der die Schulen erst am 11. Mai schrittweise öffnen will, meinte, niemand solle sitzenbleiben, nur weil Corona die Schulzeit verkürzt habe.

          Viele Lehrer gehören zur Risikogruppe

          Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) sieht den Beschluss der Ministerpräsidenten und der Bundeskanzlerin als Chance, den Fernunterricht während der Schulschließungen zu ergänzen. „Es wird kein Unterricht in der früheren Form sein, sondern ein ergänzendes Angebot in der Schule.“ Die zweite Chance liegt für Rabe darin, die Prüfungsklassen besser zu begleiten und vorzubereiten. Bei der Umsetzung gebe es riesige Aufgaben, denn es sei ungeklärt, welche Lehrer überhaupt eingesetzt werden können. „Es gibt unzählige Ratschläge, aber die Konzepte sind noch sehr übersichtlich“, sagt Rabe der F.A.Z.

          Nicht nur in Hamburg zählen viele Lehrer zu den Risikogruppen; in Mecklenburg-Vorpommern liegt das Durchschnittsalter der Lehrer bei 47 Jahren, viele sollten also besser nicht in die Schulen kommen. Es gehe darum, komplexe Fragen binnen weniger Tage zu entscheiden, für die früher ein Vierteljahr zur Verfügung stand.

          Rabe verweist auf die besondere Schwierigkeit in Hamburg und anderen Ländern mit integrativen Schulen mit Oberstufen. Denn bei den integrierten Gesamtschulen (Stadtteilschulen) können laut dem Beschluss der Ministerpräsidenten mit dem Bund fünf Klassenstufen (alle Abschlussklassen des jetzigen und des kommenden Jahrgangs) schon wieder Unterricht haben. „Wir werden in Hamburg behutsamer vorgehen und zunächst die Jahrgänge 9, 10 und 13 wieder in die Schule holen.“ Schrittweise werde die zwölfte Klasse hinzukommen. Hamburg werde am 27. April und 4. Mai wieder mit dem Unterricht beginnen.

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