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Führungsfrage : Künast kritisiert Grünen-Nachwuchs

  • Aktualisiert am

Rundumschlag: Renate Künast Bild: dpa

Renate Künast, Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, hat jüngere Parteifreunde für ihr Verhalten in der Personaldebatte der Partei kritisiert. Bundeskanzlerin Merkel wirft Künast vor, in der Stammzellfrage „keine CDU-Werte“ mehr zu verkörpern.

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          Die Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion hat Nachwuchspolitiker ihrer Partei, ohne Namen zu nennen, für ihr Verhalten in der Personaldebatte für das Amt eines Parteivorsitzenden kritisiert. Der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Dienstagausgabe) sagte Künast, ihr habe „zu denken gegeben, dass manche meinen, ein Interview nach dem anderen geben zu müssen, in dem sie sich selbst rausnehmen, aber andere auffordern zu kandidieren“. Zur Qualifikation in der Politik gehöre es auch, trotz Drängen der Medien „einmal einfach nichts zu sagen“.

          „Ein, zwei Tage nachdem der Vorsitzende gesagt hat, er wird nicht mehr kandidieren, durch die Republik zu rennen und zu suchen, das ist nicht okay.“ Jüngere Grünen-Politiker wie Robert Habeck, Cem Özdemir oder Arnd Klocke hatten sich nach der Ankündigung Reinhard Bütikofers, sich vom Amt eines Parteivorsitzenden zurückzuziehen, in dem Sinne geäußert, es sei Zeit für einen Generationswechsel, sie selbst stünden aber nicht zur Verfügung.

          Frau Künast sagte der F.A.Z. weiter: „Wenn Jüngere so viel davon sprechen, dass sie Verantwortung übernehmen wollen, dann haben sie hier eine gute Gelegenheit dazu. Ich dränge nicht, aber ich erwarte schon, dass man die Chance ergreift. In der Politik ist das wie in Unternehmen: Niemand wird auf dem Silbertablett Vorstandsvorsitzender.“

          Kritik an der CDU

          Die CDU und Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisiert Künast für ihre Haltung in bioethischen Fragen. In der CDU hätten sich die Befürworter der Stammzellforschung „massiv durchgesetzt“. Ministerin Schavan verteidige „mit Zähnen und Klauen den reinen Forschungsansatz“, und hinter ihr stehe Frau Merkel. Hier sei die CDU-Vorsitzende „nicht wertegeleitet, sondern allein an Forschungsinteressen orientiert“, sie vertrete „keine CDU-Werte“. Auch in der anstehenden Debatte um die Patientenverfügung schweige sie, statt sich mit der „desolaten Situation alter und schwer kranker Menschen“ auseinanderzusetzen.

          Auch in Fragen des Klimaschutzes, der Kernenergie und des Kraftwerksbaus seien sich Union und Grüne in den letzten Jahren nicht nähergekommen, sagte Frau Künast der F.A.Z. weiter; „im Gegenteil“. Die schwarz-grünen Koalitionsverhandlungen in Hamburg betrachtet sie distanziert. „Eine solche Koalition gehört definitiv nicht zu unseren Lieblingsvarianten. Unser Prä liegt woanders“, sagte sie. „Wenn der Wähler in Hamburg so entscheidet, dass darüber verhandelt werden soll, dann wird verhandelt. Das ist alles.“

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