https://www.faz.net/-gpf-8du28

Früherer RAF-Terrorist : „Klar ist ein feinsinniger Mensch“

  • Aktualisiert am

Der frühere RAF-Terrorist Christian Klar, hier im September 2011 während des Prozesses gegen die frühere RAF-Terroristin Verena Becker in Stuttgart Bild: Reuters

Der Linke-Bundestagsabgeordnete Dieter Dehm verteidigt, dass er den ehemaligen RAF-Terroristen Christian Klar beschäftigt. Klar habe seine Strafe verbüßt und sei „kein radikaler Scharfmacher“.

          Der Linken-Bundestagsabgeordnete Diether Dehm hat die scharfe Kritik an der Beschäftigung des Ex-RAF-Terroristen Christian Klar zurückgewiesen. „Das ist ein feinsinniger Mensch und überhaupt kein radikaler Scharfmacher“, sagte Dehm der „Bild am Sonntag“. Er habe Klar vor vier oder fünf Jahren auf einer Friedensdemonstration kennengelernt. Weil er gehört habe, dass der frühere Terrorist als Webdesigner Arbeit suchte, habe er ihm eine Mitarbeit für seinen Verlag und sein Bundestagsbüro angeboten.

          Klar sei „ein hervorragender Techniker, den ich nur empfehlen kann“, sagte Dehm weiter. Er habe ihn mehrfach mit in den Bundestag genommen und viele Gespräche mit ihm geführt. Auf Inhalte des Bundestagsnetzwerks habe er keinen Zugriff. „Klar hat seine Strafe vollständig verbüßt“, sagte der Linken-Abgeordnete. „Ich halte den Gedanken eines ,Berufsverbots' auch für sogenannte Ex-Terroristen mit dem Gedanken der Resozialisierung in einem Rechtsstaat für inkompatibel.“

          „Ein hervorragender Techniker, den ich nur empfehlen kann“: Dieter Dehm über Christian Klar

          Zuvor hatten auch andere Linken-Politiker Klars Tätigkeit bei Dehm mit dem Argument verteidigt, der frühere Terrorist habe mit der Verbüßung einer 26-jährigen Freiheitsstrafe seine strafrechtliche Schuld abgetragen.

          Mayer: „Verhöhnung der Opfer und des Staates“

          Klar war Ende 2008 aus der Haft entlassen worden. Empört über die Beschäftigung Klars äußerte sich am Wochenende abermals der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Stephan Mayer. Der CSU-Politiker sagte der „Passauer Neuen Presse“ vom Samstag: „Die Beschäftigung eines der schlimmsten Terroristen, die unser Land je erlebt hat, ist eine Verhöhnung der Opfer, aber auch des Deutschen Bundestags und damit unseres Staates insgesamt.“ Mayer hatte den Vorfall bereits am Freitag als „Skandal“ bezeichnet.

          Der heute 63 Jahre alte Klar war in den 1970er Jahren einer der führenden Köpfe der zweiten Generation der RAF. 1985 wurde er vom Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart wegen neunfachen Mordes und elffachen Mordversuchs zu sechsmal lebenslanger Haft plus 15 Jahren verurteilt. Dabei befand ihn das Gericht aller Taten der RAF seit 1977 für schuldig, darunter die Morde an dem damaligen Generalbundesanwalt Siegfried Buback, dem Dresdner-Bank-Vorstandssprecher Jürgen Ponto und an Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer.

          Weitere Themen

          Merkel ermutigt junge Forscher Video-Seite öffnen

          Preisverleihung in Berlin : Merkel ermutigt junge Forscher

          Bei der Vergabe des Preises für die originellste Arbeit beim Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ wies Bundeskanzlerin Angela Merkel auf den Fachkräftemangel im IT-Bereich hin. Gewinner waren dieses Jahr der 17-jährige Anton Fehnker und der ein Jahr ältere Simon Raschke.

          Topmeldungen

          Das Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York

          Vereinigte Staaten : Zwei kubanische UN-Diplomaten ausgewiesen

          Kurz vor der UN-Vollversammlung hat Amerika zwei Vertreter Kubas ausgewiesen. Deren Aktionen seien laut Außenministerium gegen die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten gerichtet gewesen. Kuba spricht von Verleumdung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.