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Früherer Bundespräsident : Früherer Bundespräsident Roman Herzog ist tot

  • Aktualisiert am

Roman Herzog (1934-2017) Bild: dpa

Im Alter von 82 Jahren ist der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog verstorben. Sein Amtsnachfolger Joachim Gauck würdigte dessen „unabhängigen Geist und seine Liebe zum klaren Wort“.

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          Der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog ist im Alter von 82 Jahren verstorben. Sein Amtsnachfolger Joachim Gauck erklärte am Dienstag in Berlin, die Nachricht von Herzogs Tod erfülle ihn mit tiefer Trauer. „Mit Sachverstand, Klugheit und großer Lebenserfahrung trat er für unser Land und seine freiheitliche Verfassung ein.“

          Als Minister, als Präsident des Bundesverfassungsgerichts und als Bundespräsident seien Herzog die Bürger- und Freiheitsrechte niemals nur abstrakte Begriffe gewesen, so Gauck. „Sein vorwärtsstrebender Mut verband sich mit einer charmanten Skepsis. Diese Mischung war ebenso unverwechselbar wie sein unabhängiger Geist und seine Liebe zum klaren Wort. Mit diesen Eigenschaften trug er viel zur Verständigung zwischen Bürgern und Politik bei und erwarb sich Respekt und große Sympathie bei ungezählten Menschen.“

          „Durch Deutschland muss ein Ruck gehen“

          Herzog war von 1994 bis 1999 der siebte Bundespräsident. Mit seiner Amtszeit verbunden bleibt der Begriff der „Ruck-Rede“. 1997 hatte Herzog gesagt: „Durch Deutschland muss ein Ruck gehen. Wir müssen Abschied nehmen von liebgewordenen Besitzständen. Alle sind angesprochen, alle müssen Opfer bringen, alle müssen mitmachen.“ Auf die Kandidatur für eine zweite Amtszeit hatte Herzog frühzeitig verzichtet.

          Mit seiner legendären „Ruck-Rede“ im April 1997 schrieb sich Alt-Bundespräsident Roman Herzog in die deutsche Geschichte ein. Bilderstrecke

          Vor seiner Amtszeit als Staatsoberhaupt war der Jurist Herzog zunächst Kultus- und Innenminister in Baden-Württemberg. 1983 wechselte er ans Bundesverfassungsgericht, dem er von 1987 bis 1994 als Präsident vorstand. In den Jahren 1999 und 2000 stand er auch dem Europäischen Konvent vor, der die Grundrechtecharta der Europäischen Union (EU) verfasste.

          Herzog wurde in Landshut geboren und machte zunächst eine juristische Karriere an der Universität München. 1959 heiratete er Christiane Krauß und hatte mit ihr zwei Söhne. Nach dem Tod seiner Ehefrau heiratete Herzog 2001 Alexandra Freifrau von Berlichingen und lebte seitdem auf deren Burg in Schöntal im Hohenlohekreis nördlich von Stuttgart.

          Neben seinen vielseitigen politischen Aktivitäten engagierte sich der Protestant auch für seinen christlichen Glauben und seine Kirche. Zwischen 1973 und 1991 gehörte Herzog der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) an.

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