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Frühere Bildungsministerin : Schavan bestätigt Wechsel in den Vatikan

  • Aktualisiert am

Annette Schavan Bild: dpa

Ihren Doktortitel hat Annette Schavan verloren, aber einen neuen Job gefunden: Die ehemalige Bildungsministerin soll die erste deutsche Botschafterin im Vatikan werden.

          1 Min.

          Die ehemalige Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) will als deutsche Botschafterin in den Vatikan wechseln. Das bestätigte das Büro der Bundestagsabgeordneten am Montag in Berlin: „Ja, Frau Dr. Schavan ist gefragt worden und hat der Bundesregierung zugesagt, die Aufgabe einer Botschafterin beim Heiligen Stuhl zu übernehmen.“

          Schavan soll im Sommer nach Rom gehen und die Aufgabe vom derzeitigen Botschafter Reinhard Schweppe übernehmen. Schweppe wird 65 Jahre alt und geht in den Ruhestand. Schavan wäre die erste Frau auf diesem Posten.

          Noch kein Kabinettsbeschluss

          Das Bundeskabinett muss Schavans Wechsel aber noch bestätigen. Ein Termin dafür sei noch nicht angesetzt worden, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Er nannte Schavan eine engagierte und profilierte Katholikin, „deren Stimme in allen Diskussionen um Glaube und Kirche heute zu vernehmen war“. Dass sie Deutschland künftig beim Heiligen Stuhl vertreten soll, sei bei den Koalitionsgesprächen besprochen worden. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte, es gebe „keine Zweifel, dass es sich um einen guten Plan und eine gute Wahl handelt“.

          Die 58 Jahre alte Schavan ist katholische Theologin, Mitglied des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) und war von 1994 bis 2005 dessen Vizepräsidentin. Im selben Jahr zog sie als Direktkandidatin in den Bundestag und als Bildungsministerin ins Bundeskabinett ein. Zuvor war Schavan zehn Jahre lang Kultusministerin in Baden-Württemberg. Den Posten einer stellvertretenden Bundesvorsitzenden der CDU hatte sie 14 Jahre lang inne, bevor sie ihn 2012 abgab.

          Klage wegen Doktortitel noch nicht entschieden

          Die Universität Düsseldorf hatte Schavan vor einem Jahr wegen „vorsätzlicher Täuschung durch Plagiat“ ihren Doktortitel entzogen. Schavan habe in ihrer Dissertation fremde Texte genutzt, ohne sie zu kennzeichnen, hieß es zur Begründung. Die Ministerin trat damals von ihrem Amt zurück, obwohl sie den Vorwurf bestritt. Eine Entscheidung über ihre Klage gegen die Aberkennung des Doktortitels steht noch aus.

          Bei der Bundestagswahl im September gewann die gebürtige Rheinländerin Schavan trotzdem das Direktmandat in ihrem Wahlkreis Ulm. Durch den Wechsel nach Rom wird sie nun auch das Mandat aufgeben müssen. Über die Landesliste soll Waldemar Westermayer (CDU) aus Leutkirch im Allgäu in den Bundestag nachrücken.

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