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Friedrich Zimmermann gestorben : Kantig, angriffslustig, humorvoll

Friedrich Zimmermann Bild: dpa

Friedrich Zimmermann kam als Gefolgsmann und Statthalter Strauss’ in die CSU. Als kantiger Bundesinnenminister wurde er bekannt. Am Sonntag ist Zimmermann im Alter von 87 Jahren gestorben.

          Der christlich-soziale Politiker Friedrich Zimmermann war noch aus dem harten Holze geschnitzt, das man dem Stamme seiner bayerischen Partei als eigentümlich zugeschrieben hat. Der 1925 geborene Münchner war von 1943 an Soldat, freiwillig, wie seine Biographie vermerkt. Nach dem Krieg holte der Kaufmannssohn dann das Abitur nach, lernte bei einer Bank, studierte und promovierte.

          Peter Carstens

          Politischer Korrespondent in Berlin

          Der junge Rechtsanwalt schloss sich der CSU an, eigentlich Strauss, dessen Gefolgsmann und unerbittlicher Statthalter Zimmermann wurde. Man sah ihn als persönlichen Referenten des Joseph Müller („Ochsensepp“), dann als Generalsekretär der CSU, als Landesschatzmeister, als Bundestagsabgeordneten. Nach einer Falschaussage in einer regional bedeutenden Affäre sah Zimmermann sich seinerzeit gezwungen, zum Zwecke eines Freispruchs auf medizinische Umstände sich zu berufen.

          Der Vorfall trug ihm zeitlebens anerkennenden Spott oder wütenden Hohn ein, je nach politischer Wetterlage. Trotzdem oder deswegen war Zimmermann von 1976 an „Landesgruppenvorsitzender“ der CSU–Gesandtschaft in Bonn. Zimmermann, der es trotz katholischer Überzeugungen auf drei Ehen brachte, verband in dieser Funktion Angriffslust auf die damalige Regierung Schmidt/Genscher mit Geschicklichkeit und Taktierfreude. Unter Kanzler Kohl wurde er dann Innenminister. In diesem Amt, das er von 1982 bis 1989 innehatte, errang er einen gewissen Ruhm als kantiger Politiker, etwa in der Asyl-Frage oder in Sachen Volkszählung, die er vehement befürwortete. Nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl verlor Zimmermanns Innenministerium die Zuständigkeit für die Umweltpolitik.

          Im Jahr des Mauerfalls übernahm dann Schäuble von ihm das Amt und dann auch für die komplexen Verhandlungen über den Einigungsvertrag mit der DDR zuständig wurde. Zimmermann wurde Verkehrsminister und hatte dort weniger mit den ideologischen Fragen der Zeit zu tun. Nach seiner Entlassung aus dem Amt 1991 verließ Zimmermann auch den Bundestag. Zum Abschied soll er gesagt haben: „Ich bitte alle um Vergebung, denen ich im Laufe dieser Jahre auf die Füße getreten bin, aber ich habe es immer so gemeint“, was wohl seinem politisch-humoristischen Lebensverständnis entsprach. Kostproben der Angriffslust und deftigen Ausdrucksweise des passionierten Jägers vernahmen CSU-Parteifreunde dann überwiegend hinter den verschlossenen Türen von Klausurtagungen und im Landesvorstand seiner Partei, die er auf diese Weise bereicherte. Friedrich Zimmermann ist am Sonntag im Alter von 87 Jahren in Österreich gestorben.

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