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Treffen der CDU-Politiker : Kramp-Karrenbauer und Merz wollen offenbar zusammenarbeiten

  • Aktualisiert am

Machen sie künftig gemeinsame Sache? Annegret Kramp-Karrenbauer und Friedrich Merz Anfang Dezember in Leipzig. Bild: dpa

Die neue CDU-Chefin und ihr unterlegener Mitbewerber haben sich offenbar auf eine Zusammenarbeit verständigt. Beide seien sich darüber einig, die Partei zusammenführen zu müssen. Wie genau die Kooperation aussehen soll, ist noch unklar.

          Die neue CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer und ihr unterlegener Mitbewerber Friedrich Merz haben sich einem Bericht zufolge in einem persönlichen Gespräch auf eine weitere Zusammenarbeit verständigt. Merz und Kramp-Karrenbauer seien sich einig gewesen, dass die CDU nach der Kampfabstimmung auf dem Parteitag nun wieder zusammengeführt werden müsse, berichtete die „Bild“ unter Berufung auf das Umfeld der beiden Politiker. Merz habe seine Hilfe angeboten, wolle aber weiter in der Wirtschaft tätig bleiben.

          Das Gespräch fand laut „Bild“ am Donnerstag in Kramp-Karrenbauers Büro statt und dauerte anderthalb Stunden. Ende Januar solle es ein weiteres Treffen geben. Mit dem dritten Bewerber um den CDU-Vorsitz, Jens Spahn, wolle Merz Anfang Januar sprechen. Kramp-Karrenbauer hatte nach ihrem knappen Sieg auf dem Parteitag angekündigt, das Gespräch mit Merz zu suchen. In ihrer Unterredung vereinbarten die beiden dem Bericht zufolge, dass nicht aus jeder unterschiedlichen Meinung in der Sache künftig eine Personalfrage gemacht werde. Klar sei auch, dass die CDU wieder mehr Debatten und eine breitere thematische Aufstellung brauche.

          Gegenseitiger Respekt und großes Vertrauen

          Dazu könnten weitere prominente Köpfe aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in eine Art Berater-Kreis berufen werden. Über mögliche Namen sei Vertraulichkeit vereinbart worden. Das Gespräch sei von gegenseitigem Respekt und großem Vertrauen geprägt gewesen, zitierte „Bild“ aus dem engsten Umkreis beider Teilnehmer.

          Gut eine Woche nach dem CDU-Wahlparteitag kommt das Parteipräsidium am Montag erstmals unter Leitung ihrer neuen Vorsitzenden zusammen. Kanzlerin Angela Merkel war am Freitag vor einer Woche nach 18 Jahren an der Parteispitze von ihrer Wunschnachfolgerin abgelöst worden. Die bisherige CDU-Generalsekretärin hatte in einer Stichwahl knapp gegen ihren Herausforderer und ehemaligen Unionsfraktionschef Merz, gewonnen.

          Merkel gehört dem Präsidium, der engsten Führungsspitze der CDU, qua Amt weiter an. Auch der dritte Kandidat um ihre Nachfolge, der im ersten Wahlgang ausgeschiedene Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, wurde wieder in das Gremium gewählt. Merz hatte auf dem Parteitag das Angebot der CDU-Spitze, sich ebenfalls in die Führungsgremien wählen zu lassen, nicht wahrgenommen – er ist also am Montag nicht dabei.

          Erstmals nimmt auch der neue CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak an der Präsidiumssitzung teil. Kramp-Karrenbauer hatte den 33-jährigen bisherigen Chef der Nachwuchsorganisation Junge Union für diese Vertrauensposition vorgeschlagen. Weil er als Unterstützer von Merz galt, war dies als Versuch der neuen Vorsitzenden gewertet worden, auf die enttäuschten Wähler von Merz zuzugehen. Ob dieser Schritt ausreicht, um eine tiefere Spaltung der CDU zu verhindern und die Partei wieder zusammenzuführen, ist noch unklar.

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