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Zurück zur Pflicht? : Merz belebt Diskussion über allgemeines Dienstjahr neu

Friedrich Merz spricht am Mittwoch im Deutschen Bundestag. Bild: EPA

Der CDU-Vorsitzende zeigt sich offen für ein Pflichtjahr, das bei der Bundeswehr abgeleistet werden kann. Aber nicht nur dort. Die SPD lehnt eine Rückkehr zur Wehrpflicht ab.

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          Die Frage an Friedrich Merz war klar. Ob „Zeitenwende“ für ihn auch bedeute, dass die Wehrpflicht in Deutschland wieder eingeführt werde, wollte der Fragesteller beim „Europaforum“ des WDR am Donnerstag vom CDU-Vorsitzenden wissen. Andere Länder hätten schließlich eine „ganz andere Mobilisierung“ für ihre Armeen. Oder ob das Thema für ihn abgehakt sei. „Nein“, antwortete Merz. Das habe er „überhaupt nicht“ abgehakt. „Im Gegenteil.“ In der Partei gebe es eine interessante Diskussion darüber. „Wahrscheinlich“ werde auf dem CDU-Bundesparteitag im September darüber eine Entscheidung getroffen.

          Eckart Lohse
          Leiter der Parlamentsredaktion in Berlin.

          Merz berichtete, dass er gerade erst mit einer Gruppe von 50 Schülern aus seinem Wahlkreis gesprochen habe. Da sei die Frage aufgekommen, „ob ich dafür bin oder nicht“. Er habe gesagt: „Ich kann mir das vorstellen. Freiwillig in jedem Falle, verpflichtend vielleicht auch.“ Dann habe er die Schüler gefragt, was sie dächten. Mehr als achtzig Prozent von ihnen hätten gesagt, sie seien dafür, „das“ wieder einzuführen. War es bisher nur um die Wehrpflicht gegangen, so präzisierte Merz anschließend: „Eine allgemeine Dienstpflicht mit der Möglichkeit, natürlich auch in der Bundeswehr den Dienst zu leisten.“ Ebenso könne das beim Technischen Hilfswerk geschehen, beim Deutschen Roten Kreuz oder anderen Hilfsorganisationen. Auch wenn sein Gespräch mit den Schülern keine repräsentative Umfrage gewesen sei, habe er den Eindruck, die „Bevölkerung ist bereit, sich diesem Thema zuzuwenden so wie nie zuvor“.

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